Claudio Ruffini
Wenn es um markante Gesichter im Spencer/Hill-Universum geht, führt kein Weg an Claudio Ruffini vorbei. Mit seiner stämmigen Statur, dem meist finsteren Blick und seiner unverwechselbaren Leinwandpräsenz war der italienische Schauspieler und Stuntman einer der am häufigsten eingesetzten Nebendarsteller an der Seite des schlagkräftigen Duos. Ob als grimmiger Matrose, Piratenkapitän oder amerikanischer Soldat – Ruffini gehörte quasi zum Inventar und steckte unzählige Kinnhaken mit Bravour ein.
Steckbrief
| Name: | Claudio Ruffini |
| Pseudonym: | Claude Ruffin |
| Geburtsdatum: | 5. Juni 1922 |
| Geburtsort: | Santa Margherita d’Adige, Italien |
| Sterbedatum: | 15. Juli 1981 |
| Sterbeort: | Rom, Italien |
| Beruf: | Schauspieler, Stuntman |
| Filme mit Bud & Terence: | 14 |
Ein vielbeschäftigter Nebendarsteller
Claudio Ruffini begann seine Karriere im Filmgeschäft Anfang der 1960er Jahre. In einer Zeit, in der die italienische Filmindustrie florierte, fand er schnell Arbeit in zahlreichen Genrefilmen. Seine kräftige Statur prädestinierte ihn zunächst für Rollen in Sandalenfilmen wie „Maciste im Kampf mit dem Piratenkönig“ (1962). Als Mitte der 60er Jahre der Italowestern seinen Siegeszug antrat, wechselte Ruffini nahtlos in dieses Genre.
In Filmen wie „Leichen pflastern seinen Weg“ (1968) oder „Sartana – noch warm und schon Sand drauf“ (1971) spielte er meist harte Kerle, Handlanger oder Banditen. Insgesamt kann Ruffini in fast 150 Produktionen identifiziert werden – eine beachtliche Zahl, die ihn zu einem der fleißigsten Nebendarsteller und Stuntmen der damaligen Zeit machte.
Der Stammgast bei Bud und Terence
Seine größte Bekanntheit verdankt Claudio Ruffini jedoch seinen Auftritten in den Komödien mit Bud Spencer und Terence Hill. Ganze 14 Mal stand er mit einem oder beiden der Kult-Stars vor der Kamera. Sein Debüt in der Spencer/Hill-Familie gab er 1972 als Saloonbesitzer in „Verflucht, verdammt und Halleluja“.
In der Folgezeit war er regelmäßig als Schläger vom Dienst zu sehen. Unvergessen ist sein Auftritt als etwas massigerer, blonder Matrose in „Plattfuß räumt auf“ (1975) oder als amerikanischer Soldat in „Sie nannten ihn Mücke“ (1978). In „Zwei außer Rand und Band“ (1977) kassierte er als einer von Freds Leuten Prügel, und in „Zwei Asse trumpfen auf“ (1981) durfte er sogar als Anführer der Piraten glänzen.
Ein tragisches, frühes Ende
Ruffinis Karriere endete abrupt. Kurz nach Abschluss der Dreharbeiten zu „Zwei Asse trumpfen auf“ verstarb er am 15. Juli 1981 in Rom im Alter von nur 59 Jahren. Nach übereinstimmenden Aussagen von Regisseur Umberto Lenzi und seinem Schauspielkollegen Salvatore Borgese erlag Ruffini den Folgen seines übermäßigen Alkoholkonsums.
Lange Zeit kursierten im Internet falsche biografische Daten, die sein Geburtsjahr auf 1940 und seinen Tod auf 1999 in Frankreich datierten. Diese Angaben gelten heute als widerlegt. Ruffini wurde zunächst in einem Erdgrab auf dem Friedhof Flaminio in Rom beigesetzt. Anfang der 1990er Jahre wurden seine Gebeine exhumiert und, da die Familie keinen Anspruch geltend machte, in einem gemeinschaftlichen Beinhaus (Ossarium) bestattet. Auch wenn er oft nur im Hintergrund agierte, hat sich Claudio Ruffini durch seine zahlreichen Auftritte fest in die Herzen der Fans geprügelt.



