Dan Sturkie
Wenn es in einem Western um die Verkörperung des rechtschaffenen, weisen oder hart arbeitenden Pioniers ging, war Dan Sturkie oft die erste Wahl. Der amerikanische Schauspieler und Synchronsprecher verbrachte einen Großteil seiner Karriere im italienischen Rom und wurde so zu einem festen Bestandteil des europäischen Genrefilms. In der Welt von Bud Spencer und Terence Hill erlangte er vor allem durch seine Rolle als friedliebender Mormonen-Anführer Tobias unsterblichen Kultstatus.
Steckbrief: Dan Sturkie
| Name: | Dan Sturkie |
| Bürgerlicher Name: | Daniel Belton Sturkie Jr. |
| Geburtsdatum: | 5. Januar 1924 |
| Geburtsort: | Lexington, South Carolina, USA |
| Sterbedatum: | 10. Mai 1992 |
| Sterbeort: | Los Angeles, Kalifornien, USA |
| Beruf: | Schauspieler, Synchronsprecher |
| Filme mit Bud & Terence: | 3 |
Ein Amerikaner in Rom
Daniel Belton Sturkie Jr. wurde 1924 im US-Bundesstaat South Carolina geboren. Wie viele amerikanische Schauspieler seiner Generation zog es ihn in den 1960er Jahren nach Europa, wo die italienische Filmindustrie in der Cinecittà boomte. Sturkie ließ sich in Rom nieder und fand schnell Arbeit in zahlreichen internationalen Koproduktionen. Dank seiner sonoren Stimme und seiner perfekten englischen Muttersprache war er nicht nur als Darsteller vor der Kamera gefragt, sondern arbeitete auch intensiv als Synchronsprecher für die englischen Exportfassungen vieler italienischer Filme.
In der Blütezeit des Italowesterns war sein markantes, bärtiges Gesicht auf den Leinwänden omnipräsent. Er verkörperte meist väterliche Figuren, Siedler oder weise ältere Männer, die dem rauen Wilden Westen mit Würde begegneten.
Der Anführer der Mormonen
Im Spencer/Hill-Universum hinterließ Dan Sturkie einen bleibenden Eindruck. Er stand in drei Filmen gemeinsam mit den Kult-Stars vor der Kamera. Bereits 1969 sah man ihn als Marktschreier in „Die fünf Gefürchteten“ und als Goldgräber in „Hügel der blutigen Stiefel“. Zudem lieh er in den englischen Sprachfassungen von „Gott vergibt – Django nie!“ und „Django und die Bande der Gehenkten“ anderen Schauspielern seine Stimme.
Seine berühmteste Rolle spielte er jedoch 1970 in Enzo Barbonis Meisterwerk „Die rechte und die linke Hand des Teufels“. Als Tobias (in der italienischen Fassung Tobia), der Anführer der friedfertigen Mormonen-Siedler, verkörperte er das moralische Gewissen des Films. Seine weisen, fast schon biblischen Zitate und sein stoischer Glaube an die Gewaltlosigkeit bildeten den perfekten, humorvollen Kontrast zu den raubeinigen Methoden von Bud und Terence. Seine Szenen mit den beiden schlagkräftigen „Brüdern“ gehören zu den ikonischsten Momenten der gesamten Filmreihe.
Rückkehr in die USA und späte Jahre
Als die große Welle des italienischen Genrefilms in den späten 1970er Jahren abebbte, kehrte Dan Sturkie in seine amerikanische Heimat zurück. Er ließ sich in Kalifornien nieder und übernahm noch einige kleinere Rollen in US-Produktionen, darunter 1980 im Thriller „Cruising“ mit Al Pacino. Danach zog er sich weitgehend aus dem aktiven Filmgeschäft zurück.
Dan Sturkie verstarb am 10. Mai 1992 im Alter von 68 Jahren in Los Angeles. Für die unzähligen Fans der Spencer/Hill-Filme wird er jedoch für immer der gutmütige Bruder Tobias bleiben, der selbst angesichts der größten Gefahr unbeirrt die andere Wange hinhielt.



