Donald Sutherland
Wenn man an das Spencer/Hill-Universum und das italienische Genrekino denkt, fallen einem sofort unzählige markante europäische Charakterköpfe ein. Doch auch Hollywood-Legenden und internationale Superstars kreuzten gelegentlich die Wege der europäischen Filmemacher. Einer der größten und wandlungsfähigsten Schauspieler der Filmgeschichte war der Kanadier Donald Sutherland. Obwohl er nie in einem direkten Film mit Bud Spencer oder Terence Hill vor der Kamera stand, prägte er durch seine Rollen in europäischen Koproduktionen und seine Zusammenarbeit mit italienischen Regisseuren die internationale Filmlandschaft jener Zeit entscheidend mit.
Steckbrief: Donald Sutherland
| Name: | Donald Sutherland |
| Bürgerlicher Name: | Donald McNichol Sutherland |
| Geburtsdatum: | 17. Juli 1935 |
| Geburtsort: | Saint John, New Brunswick, Kanada |
| Sterbedatum: | 20. Juni 2024 |
| Sterbeort: | Miami, Florida, USA |
| Beruf: | Schauspieler |
| Filme mit Bud & Terence: | Keine (internationale Filmlegende) |
Ein Kanadier erobert die Welt
Donald McNichol Sutherland wurde 1935 in Kanada geboren und entdeckte früh seine Leidenschaft für das Schauspiel. Nach einem Studium in Toronto zog es ihn nach London an die renommierte Royal Academy of Dramatic Art. Sein Einstieg ins Filmgeschäft erfolgte in den frühen 1960er Jahren in Europa, wo er zunächst in britischen Horrorfilmen und Fernsehserien auftrat. Einer seiner allerersten Filme war interessanterweise die italienische Koproduktion „Das Schloss der lebenden Toten“ (1964).
Der internationale Durchbruch gelang ihm 1967 mit dem Kriegsfilm-Klassiker „Das dreckige Dutzend“, gefolgt von seiner ikonischen Hauptrolle als Hawkeye Pierce in Robert Altmans bissiger Militärsatire „M*A*S*H“ (1970). Mit seinem markanten Äußeren, der stechenden blauen Augen und seiner unverwechselbaren Stimme wurde Sutherland schnell zu einem der gefragtesten Charakterdarsteller Hollywoods.
Sutherland und das italienische Kino
Obwohl Donald Sutherland nie die Fäuste mit Bud und Terence kreuzte, hatte er eine starke Verbindung zum italienischen und europäischen Kino, das in den 1970er Jahren weltweit boomte. Regisseure wie Bernardo Bertolucci besetzten ihn in Meisterwerken wie dem monumentalen Epos „1900“ (1976), wo er den grausamen Faschisten Attila Mellanchini spielte – eine seiner furchteinflößendsten Rollen. Auch in Federico Fellinis „Casanova“ (1976) übernahm er die Titelrolle.
Die Blütezeit des Italowesterns, die das Spencer/Hill-Duo groß machte, fiel genau in die Phase von Sutherlands Aufstieg. Während Bud und Terence das Genre in Richtung Komödie lenkten, drehte Sutherland im europäischen Raum eher Thriller, Horrorfilme („Wenn die Gondeln Trauer tragen“, 1973) und anspruchsvolle Dramen. Dennoch teilte er sich die Leinwand mit vielen europäischen Schauspielern, die auch im Spencer/Hill-Umfeld aktiv waren, und war Teil jener goldenen Ära, in der amerikanische Stars regelmäßig für europäische Produktionen vor der Kamera standen.
Ein gigantisches Vermächtnis
Die Karriere von Donald Sutherland erstreckte sich über mehr als sechs Jahrzehnte und umfasste beinahe 200 Film- und Fernsehproduktionen. Von Science-Fiction-Klassikern wie „Die Körperfresser kommen“ (1978) über Thriller wie „JFK – Tatort Dallas“ (1991) bis hin zu seiner späten, weltbekannten Rolle als eiskalter Präsident Snow in der „Die Tribute von Panem“-Reihe bewies er eine schier grenzenlose schauspielerische Bandbreite.
Trotz unzähliger herausragender Leistungen wurde er überraschenderweise nie regulär für einen Oscar nominiert, erhielt jedoch 2018 hochverdient den Ehrenoscar für sein Lebenswerk. Am 20. Juni 2024 verstarb Donald Sutherland im Alter von 88 Jahren in Miami. Er hinterlässt ein filmisches Erbe, das in seiner Vielfalt und Qualität unerreicht bleibt und ihn zu einem wahren Giganten der internationalen Filmlandschaft macht.



