George Hilton – Biografie
Wenn es um die goldene Ära des Italowesterns geht, dürfen neben Terence Hill und Franco Nero einige Namen nicht fehlen. Einer der markantesten und erfolgreichsten Darsteller dieses Genres war George Hilton. Mit seinem südamerikanischen Charme, seinem blendenden Aussehen und seiner enormen Leinwandpräsenz avancierte er in den 1960er und 1970er Jahren zu einem der größten Stars des europäischen Kinos.
Steckbrief: George Hilton
| Merkmal | Details |
|---|---|
| Geburtsname | Jorge Hill Acosta y Lara |
| Geburtsdatum | 16. Juli 1934 |
| Geburtsort | Montevideo, Uruguay |
| Sterbedatum | 28. Juli 2019 |
| Nationalität | Uruguayisch, Italienisch |
| Beruf | Schauspieler |
| Bekannte Rollen in Bud Spencer / Terence Hill Filmen | Gerard de la Fasse in Feuerwerk (Fuochi d’artificio, 1997) |
| Weitere bekannte Filme | Django – Sein Gesangbuch war der Colt, Sartana – Noch warm und schon Sand drauf, Man nennt mich Halleluja |
Frühe Jahre in Südamerika
George Hilton wurde am 16. Juli 1934 als Jorge Hill Acosta y Lara in Montevideo, der Hauptstadt Uruguays, geboren. Seine Karriere in der Unterhaltungsbranche begann er zunächst beim Radio. Im Jahr 1955 zog er nach Argentinien und nahm das Pseudonym Jorge Hilton an. Dort konnte er sich schnell etablieren und spielte in zahlreichen Seifenopern (Telenovelas) sowie in Filmen für den heimischen Markt mit. Doch sein Ehrgeiz und sein Talent zogen ihn bald über den Atlantik.
Der Durchbruch in Italien und der Italowestern
Im Jahr 1963 wagte Hilton den Sprung nach Italien, angezogen von der boomenden Filmindustrie in Rom. Er folgte damit dem Beispiel anderer südamerikanischer Schauspieler, die in Cinecittà ihr Glück suchten. Er anglisierte seinen Vornamen zu „George“ und landete bald seine erste Hauptrolle in dem Piratenfilm Il corsaro nero nell’isola del Tesoro (1965).
Sein wahrer Durchbruch und der Beginn seines Legendenstatus erfolgten jedoch 1966 durch den Regisseur Lucio Fulci. In dem knallharten Italowestern Django – Sein Gesangbuch war der Colt (Originaltitel: Le colt cantarono la morte e fu… tempo di massacro) spielte Hilton an der Seite von Franco Nero. Seine Darstellung des charismatischen, aber zynischen Halbbruders machte ihn schlagartig zu einer Ikone des Genres.
Es folgten zahlreiche Hauptrollen in erfolgreichen Western. Besonders berühmt wurde er durch seine Verkörperung der Figuren „Sartana“ (nachdem Gianni Garko die Rolle abgegeben hatte) und „Halleluja“. Filme wie Sartana – Noch warm und schon Sand drauf (1970) und Man nennt mich Halleluja (1971) festigten seinen Ruf als Kassenmagnet in Europa.
Späte Karriere und die Verbindung zum Spencer/Hill-Universum
Als der Italowestern in den 1970er Jahren langsam an Popularität verlor, bewies Hilton seine Vielseitigkeit. Er wechselte erfolgreich in das Genre des „Giallo“ (italienische Thriller) und arbeitete häufig mit Regisseuren wie Sergio Martino zusammen. Auch in Kriminal- und Actionfilmen war er regelmäßig zu sehen.
Obwohl George Hilton in den 1960er und 1970er Jahren als einer der großen Konkurrenten und Zeitgenossen von Terence Hill und Bud Spencer galt, kam es erst spät zu einer filmischen Berührung mit dem direkten Umfeld der beiden. In der Komödie Feuerwerk (Fuochi d’artificio) aus dem Jahr 1997, bei der Leonardo Pieraccioni Regie führte, spielte Hilton die Rolle des Gerard de la Fasse. Der Film, in dem auch Bud Spencer einen bemerkenswerten Gastauftritt als blinder Sänger Gandhi hatte, bot eine späte, aber schöne Gelegenheit, diese beiden Ikonen des italienischen Kinos in derselben Produktion zu vereinen.
Vermächtnis
George Hilton reduzierte in seinen späteren Jahren seine Auftritte vor der Kamera, blieb der Filmwelt jedoch durch Interviews und Retrospektiven stets verbunden. Er verstarb am 28. Juli 2019 im Alter von 85 Jahren in Rom. Zusammen mit Terence Hill, Franco Nero und Giuliano Gemma wird George Hilton für immer als einer der ganz großen, unsterblichen Helden des europäischen Genrekrekinos in Erinnerung bleiben.



