Biografien

Jack Palance – Biografie des Filmschurken

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Mit seinen markanten Gesichtszügen, den stechenden Augen und einer eiskalten Ausstrahlung war er wie geschaffen für die Rolle des unbarmherzigen Schurken. Jack Palance (1919–2006) gehört zweifellos zu den einprägsamsten Charakterköpfen der Filmgeschichte. Obwohl er in Hollywood durch Western und Film noirs Berühmtheit erlangte und sogar einen Oscar gewann, machte er sich auch im europäischen Kino und nicht zuletzt im Bud Spencer Universum einen Namen. Seine Darstellung des Antagonisten Sonny Bronston in Halleluja… Amigo (1972) bleibt vielen Fans des Duos bis heute unvergessen.

Steckbrief: Jack Palance

Merkmal Details
Geburtsname Volodymyr Palahniuk
Geburtsdatum 18. Februar 1919
Geburtsort Lattimer Mines, Pennsylvania, USA
Sterbedatum 10. November 2006
Nationalität US-Amerikanisch
Bekannte Rollen in Bud Spencer / Terence Hill Filmen Sonny Bronston in Halleluja… Amigo
Weitere bekannte Filme Mein großer Freund Shane, City Slickers – Die Großstadt-Helden, Batman
Auszeichnungen Oscar (Bester Nebendarsteller, 1992)

Frühe Jahre: Vom Boxring in den Bomber

Geboren wurde er am 18. Februar 1919 als Volodymyr Palahniuk in Lattimer Mines, Pennsylvania, als Sohn ukrainischer Einwanderer. Bevor er die Schauspielerei für sich entdeckte, führte er ein hartes Leben. Wie sein Vater arbeitete er zunächst in den Kohleminen, entschied sich dann aber in den späten 1930er Jahren für eine Karriere als Profiboxer. Unter dem Ringnamen Jack Brazzo feierte er beachtliche Erfolge im Schwergewicht und gewann seine ersten 15 Kämpfe in Folge.

Mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs trat Palance den United States Army Air Forces bei. Bei einem Trainingsflug über Arizona kam es zu einem dramatischen Zwischenfall: Sein B-24-Bomber fing Feuer. Palance konnte sich mit dem Fallschirm retten, erlitt jedoch schwere Verbrennungen im Gesicht. Die notwendigen plastischen Operationen hinterließen bleibende Spuren – genau jene unverwechselbare, raue Physiognomie, die später zu seinem filmischen Markenzeichen werden sollte.

Der Durchbruch in Hollywood

Nach seiner Entlassung aus der Armee studierte Palance Schauspiel an der renommierten Stanford University. Sein Broadway-Debüt feierte er 1947, doch schon bald rief Hollywood. Gleich für seine ersten großen Filmrollen in Maskierte Herzen (1952) und dem legendären Westernklassiker Mein großer Freund Shane (1953) erhielt er jeweils eine Oscar-Nominierung als Bester Nebendarsteller. Palance etablierte sich schnell als der Inbegriff des eiskalten, bedrohlichen Schurken, dessen bloße Präsenz auf der Leinwand für Spannung sorgte.

Jack Palance im Italowestern und bei Bud Spencer

In den späten 1960er und 1970er Jahren zog es Palance, wie viele seiner amerikanischen Kollegen, nach Europa. Der Italowestern bot ihm eine perfekte Bühne. Er brillierte in Filmen wie Sergio Corbuccis Die gefürchteten Zwei (1968) an der Seite von Franco Nero und in Zwei Companeros (1970). Sein Charisma und seine Erfahrung werteten diese europäischen Produktionen enorm auf.

Für Fans von Bud Spencer ist Jack Palance vor allem durch seinen Auftritt in dem Western Halleluja… Amigo (Originaltitel: Si può fare… amigo!, 1972) ein fester Begriff. In diesem Film spielt er Sonny Bronston, einen rachsüchtigen Revolverhelden, der den von Bud Spencer verkörperten Hiram Coburn unerbittlich jagt. Der Grund: Coburn hat Bronstons Schwester am Traualtar stehen lassen. Die Dynamik zwischen dem bulligen, gutmütigen Spencer und dem drahtigen, finsteren Palance sorgt für eine wunderbare Mischung aus Spannung und Komik, die den Film zu einem Highlight unter den Solo-Ausflügen von Bud Spencer macht.

Späte Karriere und der Oscar-Triumph

Auch in den 1980er und 1990er Jahren blieb Jack Palance gut im Geschäft. Einem jüngeren Publikum wurde er 1989 als Gangsterboss Carl Grissom in Tim Burtons Batman bekannt, wo er dem Joker (News und Gerüchte zu ähnlichen Rollen kursierten damals oft) zum Opfer fällt. Den absoluten Höhepunkt seiner späten Karriere erlebte er jedoch 1991 mit der Komödie City Slickers – Die Großstadt-Helden.

Für seine Rolle als mürrischer, aber weiser Cowboy Curly Washburn gewann Palance schließlich den Oscar als Bester Nebendarsteller – fast vier Jahrzehnte nach seiner ersten Nominierung. Unvergessen bleibt seine Dankesrede bei der Oscar-Verleihung 1992: Um zu beweisen, dass er mit seinen 73 Jahren noch lange nicht zum alten Eisen gehörte, ließ er sich auf die Bühne fallen und absolvierte unter dem Jubel des Publikums einarmige Liegestütze.

Privatleben und Tod

Jack Palance war zweimal verheiratet und Vater von drei Kindern. Neben der Schauspielerei widmete er sich der Malerei und schrieb Gedichte. Er war stolz auf seine ukrainischen Wurzeln und engagierte sich zeitlebens für die Kultur seiner Vorfahren. Am 10. November 2006 verstarb die Hollywood-Legende im Alter von 87 Jahren im kalifornischen Montecito im Kreise seiner Familie an Herzversagen.

Jack Palance hinterlässt ein beeindruckendes filmisches Erbe von über 120 Produktionen. Ob als eiskalter Killer im klassischen Hollywood-Kino, als charismatischer Schurke im Italowestern oder als grimmiger Cowboy in der Komödie – er verlieh jeder seiner Rollen eine unverwechselbare Intensität. In der Welt von Bud Spencer und Terence Hill hat er sich mit Halleluja… Amigo ein kleines, aber feines Denkmal gesetzt.

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