John Saxon
Wenige Schauspieler können auf eine so abwechslungsreiche Karriere zurückblicken wie John Saxon. Der Amerikaner mit italienischen Wurzeln war in über 200 Film- und Fernsehproduktionen zu sehen – von romantischen Teenagerfilmen der 1950er über Italowestern und Martial-Arts-Klassiker bis hin zu Horrorfilmen und Kultsendungen. In der Welt des europäischen Genrefilms, die auch Bud Spencer und Terence Hill prägten, war er ein bekanntes Gesicht.
Steckbrief: John Saxon
| Name: | John Saxon |
| Bürgerlicher Name: | Carmine Orrico |
| Geburtsdatum: | 5. August 1936 |
| Geburtsort: | Brooklyn, New York, USA |
| Sterbedatum: | 25. Juli 2020 |
| Sterbeort: | Murfreesboro, Tennessee, USA |
| Beruf: | Schauspieler |
| Bezug zu Spencer/Hill: | Lucky Luke (1991, Terence Hill) |
Vom Brooklyner Jungen zum Hollywood-Star
Carmine Orrico wurde 1936 als Sohn einer italo-amerikanischen Familie in Brooklyn geboren. Im Alter von 16 Jahren wurde er von einem Talentagenten auf dem Titelbild eines Magazins entdeckt. Er studierte Schauspiel bei der legendären Stella Adler und wurde Mitte der 1950er Jahre von den Universal Studios unter Vertrag genommen. Für seine Filmkarriere legte er den italienisch klingenden Geburtsnamen ab und nannte sich fortan John Saxon.
Mit seiner athletischen Erscheinung und seinem Charisma wurde Saxon schnell populär. 1958 erhielt er für seine Rolle in „Männer über Vierzig“ einen Golden Globe als bester Nachwuchsdarsteller. Obwohl er mit Regisseuren wie Blake Edwards, John Huston und Otto Preminger arbeitete, gelang ihm nie der Sprung zum absoluten A-Star. Stattdessen etablierte er sich als vielseitiger Charakterdarsteller, der in nahezu jedem Genre zu Hause war.
Italowestern, Bruce Lee und Horrorfilme
In den 1960er und 1970er Jahren zog es Saxon wie viele amerikanische Schauspieler nach Europa, wo die Italowestern und internationale Koproduktionen boomten. Er spielte in mehreren Western und Kriminalfilmen mit und wurde 1973 durch seine Ko-Hauptrolle neben Kampfkunstlegende Bruce Lee in „Der Mann mit der Todeskralle“ (Enter the Dragon) weltberühmt. Hierbei kam ihm sein eigener schwarzer Gürtel in Karate zugute. Im selben Jahr spielte er in Dario Argentos Thriller „Tenebrae“ (1982) und im Horrorklassiker „Nightmare – Mörderische Träume“ (1984), in dem er Lt. Donald Thompson verkörperte und diese Rolle auch im dritten Teil der Reihe wiederholte.
Lucky Luke und der Terence-Hill-Bezug
Saxons direkte Verbindung zur Welt von Terence Hill entstand 1991. In der Filmproduktion „Lucky Luke – Wo bitte bleibt das Gegengift?“ spielte er die allegorische Rolle des Todes. Der Film war Teil der Lucky-Luke-Reihe, in der Terence Hill den legendären Cowboy verkörperte. Auch wenn Saxon nur eine kleinere Rolle übernahm, ist seine Mitwirkung an diesem Projekt ein interessantes Detail in der langen Karriere beider Schauspieler.
John Saxon war dreimal verheiratet und hat einen Sohn. Er blieb bis ins hohe Alter aktiv und arbeitete in Independent-Filmen. Quentin Tarantino, ein bekennender Fan des Genrekinos, engagierte ihn für einen Kurzauftritt in „From Dusk Till Dawn“ (1996). Am 25. Juli 2020 verstarb John Saxon wenige Tage vor seinem 84. Geburtstag an einer Lungenentzündung in Murfreesboro, Tennessee. Er hinterlässt ein filmisches Erbe, das die Geschichte des Genrekinos entscheidend mitgeprägt hat.



