Maria Baxa
Die europäische Filmlandschaft der 1970er Jahre war ein Schmelztiegel internationaler Talente. Zu den auffälligsten Erscheinungen des italienischen Genrefilms zählte die Schauspielerin Maria Baxa. Mit ihrer mediterranen Ausstrahlung und ihrem Talent für leichtfüßige Komödien sowie spannende Kriminalfilme wurde sie zu einem bekannten Gesicht der Ära. Im Spencer/Hill-Universum hinterließ sie ihre Spuren in einem der bekanntesten Mafiafilme von Bud Spencer.
Steckbrief: Maria Baxa
| Name: | Maria Baxa |
| Bürgerlicher Name: | Marija Baksa |
| Geburtsdatum: | 15. April 1946 |
| Geburtsort: | Osijek, Kroatien (damals Jugoslawien) |
| Sterbedatum: | 14. November 2019 |
| Sterbeort: | Belgrad, Serbien |
| Beruf: | Schauspielerin, Architektin |
| Filme mit Bud & Terence: | 1 |
Von Jugoslawien nach Italien
Marija Baksa wurde 1946 im kroatischen Osijek geboren. Ihre ersten Schritte vor der Kamera machte sie Ende der 1960er Jahre in jugoslawischen Produktionen. Doch schon bald zog es die ambitionierte junge Frau nach Italien, dem damaligen Zentrum des europäischen Kinos. Dort passte sie ihren Namen in die italienische Schreibweise Maria Baxa an und startete eine erfolgreiche Karriere in der Cinecittà.
In Italien avancierte sie schnell zu einem beliebten Starlet. Ihre Filmografie der 1970er Jahre liest sich wie ein Who-is-Who des italienischen Genrefilms. Sie spielte in zahlreichen Kriminalfilmen (Poliziotteschi), Thrillern und vor allem in der „Commedia sexy all’italiana“, den typisch italienischen Erotikkomödien, die in diesem Jahrzehnt große Kassenschlager waren. Ihre natürliche Schönheit und ihr charmantes Auftreten machten sie zu einer gefragten Darstellerin für starke weibliche Nebenrollen.
Auftritt an der Seite von Bud Spencer
Ihre Verbindung zur Welt von Bud Spencer entstand 1972. In diesem Jahr übernahm sie eine Rolle in dem harten Mafia-Thriller „Der Sizilianer“ (Originaltitel: Torino nera), in dem Bud Spencer die Hauptrolle des Rosario Zagari spielte. Der Film hob sich deutlich von den leichten Filmkomödien ab, für die Spencer sonst bekannt war, und zeigte ihn in einer ernsthaften, dramatischen Rolle als unschuldig Verurteilter, der Rache an der Mafia sucht.
Maria Baxa verkörperte in diesem düsteren Streifen die Rolle der Nascarella. Auch wenn sie nicht direkt die Fäuste fliegen ließ, trug ihre Präsenz zur dichten, authentischen Atmosphäre dieses typischen italienischen Kriminalfilms bei. „Der Sizilianer“ bleibt bis heute einer der bemerkenswertesten Solo-Filme von Bud Spencer, und Maria Baxas Mitwirkung ist ein schönes Detail der europäischen Filmgeschichte.
Karriereende und spätes Leben
Trotz ihres Erfolges im Filmgeschäft traf Maria Baxa Ende der 1980er Jahre eine ungewöhnliche Entscheidung: Sie zog sich komplett aus dem Rampenlicht und dem Showbusiness zurück. Stattdessen widmete sie sich einer völlig neuen Laufbahn und arbeitete fortan erfolgreich als Architektin. Ein solcher radikaler Karrierewechsel ist in der Filmbranche selten und zeugt von ihrer Vielseitigkeit.
Sie verbrachte ihren Lebensabend in Belgrad, wo sie am 14. November 2019 im Alter von 73 Jahren verstarb. Für Liebhaber des italienischen Genrefilms bleibt Maria Baxa jedoch unvergessen – als strahlende Erscheinung in einer der kreativsten Epochen des europäischen Kinos.



