Biografien

Rafael Albaicín

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Die europäische Filmindustrie der 1960er und 1970er Jahre, insbesondere in Spanien und Italien, zog eine Vielzahl interessanter Persönlichkeiten an. Viele Darsteller, die in den rauen Wüstenlandschaften Almerías als Banditen oder Handlanger auftraten, hatten außergewöhnliche Lebensläufe. Einer der faszinierendsten war der Spanier Rafael Albaicín, der nicht nur als Schauspieler und Stuntman, sondern auch als professioneller Stierkämpfer bekannt war. Auch im Spencer/Hill-Universum hinterließ er in einer legendären Komödie seine Spuren.

Steckbrief: Rafael Albaicín

Name:Rafael Albaicín
Bürgerlicher Name:Ignacio Rafael García Escudero
Geburtsdatum:5. Juni 1919
Geburtsort:Madrid, Spanien
Sterbedatum:3. September 1981
Sterbeort:Madrid, Spanien
Beruf:Schauspieler, Stierkämpfer
Filme mit Bud & Terence:1 (Zwei wie Pech und Schwefel)

Vom Stierkämpfer zum Schauspieler

Ignacio Rafael García Escudero, der später unter dem Künstlernamen Rafael Albaicín bekannt wurde, erblickte 1919 in Madrid das Licht der Welt. In seinen jungen Jahren verfolgte er eine Karriere, die in Spanien tief verwurzelt ist: Er wurde Matador (Stierkämpfer). Seine Eleganz und sein Mut in der Arena brachten ihm erste Bekanntheit ein. Als er sich jedoch allmählich aus dem aktiven Stierkampf zurückzog, entdeckte er eine neue Bühne für sich: den Film.

Ab den 1950er Jahren begann Albaicín, in spanischen und internationalen Produktionen mitzuwirken. Sein markantes, südländisches Aussehen und seine durch den Stierkampf erworbene Körperbeherrschung machten ihn zu einer idealen Besetzung für Western, Abenteuerfilme und Kriminalgeschichten. Er spielte in unzähligen Italowestern mit, darunter auch in Sergio Corbuccis Meisterwerk „Django“ (1966), wo er einen von General Hugos Männern verkörperte.

Auftritt in „Zwei wie Pech und Schwefel“

Auch die Wege von Rafael Albaicín und dem berühmtesten Prügel-Duo der Filmgeschichte kreuzten sich. In der Actionkomödie „Zwei wie Pech und Schwefel“ (1974) mit Bud Spencer und Terence Hill übernahm Albaicín eine kleine, aber feine Rolle. Er spielte einen Schausteller auf dem Jahrmarkt, der Schauplatz für einige der witzigsten und turbulentesten Szenen des Films ist.

Obwohl er im spanischen Abspann des Films aufgeführt wurde, blieb sein Auftritt für viele internationale Zuschauer oft unbemerkt. Dennoch ist seine Mitwirkung ein schönes Beispiel dafür, wie tief das Spencer/Hill-Kino in der damaligen europäischen Filmlandschaft verwurzelt war und auf welch vielfältige Talente – in diesem Fall sogar auf einen ehemaligen Stierkämpfer – die Produzenten zurückgreifen konnten.

Ein Leben für das Spektakel

Rafael Albaicín arbeitete bis in die späten 1970er Jahre als Schauspieler und Stuntman. Er war ein klassischer „Working Actor“, der durch seine physische Präsenz und seine Verlässlichkeit von vielen Regisseuren geschätzt wurde. Er verstarb am 3. September 1981 im Alter von 62 Jahren in seiner Heimatstadt Madrid. Er bleibt als einer jener unverzichtbaren Charakterköpfe in Erinnerung, die dem europäischen Genrefilm der 60er und 70er Jahre sein unverwechselbares Gesicht gaben.

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