Reinhard Glemnitz – Biografie
Wenn in den deutschen Fassungen der Kultfilme von Terence Hill und Bud Spencer eine markante, ernste Stimme zu hören ist, steckt dahinter oft ein Mann, der im deutschen Film- und Fernsehgeschäft Jahrzehnte lang Maßstäbe gesetzt hat: Reinhard Glemnitz. Der am 27. November 1930 in Breslau geborene Schauspieler und Synchronsprecher ist eine der prägendsten Stimmen des deutschen Nachkriegskinos und Fernsehens.
Steckbrief: Reinhard Glemnitz
| Merkmal | Details |
|---|---|
| Geburtsname | Reinhard Glemnitz |
| Geburtsdatum | 27. November 1930 |
| Geburtsort | Breslau (heute Wrocław, Polen) |
| Nationalität | Deutsch |
| Beruf | Schauspieler, Synchronsprecher |
| Bekannte Rollen in Bud Spencer / Terence Hill Filmen | Synchronstimme von Terence Hill in Gott vergibt – Django nie! |
| Auszeichnungen | Bambi in Gold (1970, 1971, 1972, 1975), Ehren-Bambi (1990) |
| Familie | Verheiratet mit Tänzerin Lydia Blum, zwei Töchter |
Frühe Jahre: Vom Kabarett zur Kamera
Reinhard Glemnitz wurde am 27. November 1930 im schlesischen Breslau geboren. Nach dem Zweiten Weltkrieg absolvierte er seine Schauspielausbildung an der renommierten Otto-Falckenberg-Schule in München. Bereits in den frühen 1950er Jahren machte er sich im Kabarettbetrieb einen Namen – mit den „Kabarettichen“ in Köln und Gastspielen an der legendären Kleinen Freiheit in Zürich und Wien. Parallel dazu begann er 1948 als Sprecher beim Bayerischen Rundfunk zu arbeiten, eine Tätigkeit, die er über Jahrzehnte hinweg fortsetzte und die ihn zu einer der gefragtesten Stimmen im deutschen Rundfunk machte.
Die Verbindung zu Bud Spencer und Terence Hill
Für die Fans der Spencer/Hill-Filme ist Reinhard Glemnitz vor allem als Synchronsprecher von Bedeutung. In dem Italowestern Gott vergibt – Django nie! (1967), dem ersten gemeinsamen Film von Terence Hill und Bud Spencer als Duo, lieh er Terence Hill seine Stimme. Dieser Film, in dem Hill die Rolle des Cat Stevens / Django übernahm, markierte den Beginn einer der erfolgreichsten Filmpartnerschaften der Kinogeschichte. Dass Glemnitz ausgerechnet in diesem wegweisenden Werk als Stimme fungierte, macht ihn zu einem Teil des Spencer/Hill-Fundaments.
Die Synchronarbeit für internationale Produktionen war für Glemnitz stets ein wichtiger Teil seiner Karriere. Er lieh seine Stimme zahlreichen Hollywoodstars, darunter Richard Harris, Anthony Perkins, Michael Caine und Bernard Hill als König Théoden in Der Herr der Ringe. Auch für David Hedison sprach er in zwei James-Bond-Filmen die Rolle des CIA-Agenten Felix Leiter.
Der Kommissar und die Bambi-Triumphe
Als Schauspieler erlangte Glemnitz seine größte Bekanntheit durch die ZDF-Krimiserie Der Kommissar (1968–1975), in der er den Inspektor Robert Heines spielte. An der Seite von Erik Ode, Günther Schramm und den Wepper-Brüdern Fritz und Elmar wurde die Serie zu einem Quotenhit. Das Ensemble gewann den Fernsehpreis Bambi in Gold gleich viermal (1970, 1971, 1972 und 1975) sowie einmal in Silber (1973) in der Kategorie „Beste Fernsehserie“. 1990 erhielt Glemnitz in Leipzig einen persönlichen Ehren-Bambi für sein Lebenswerk. Vom Bayerischen Rundfunk wurde ihm 1998 anlässlich seines 50-jährigen Sprecher-Jubiläums die „Goldene Medaille“ verliehen.
Weitere Karriere und Vermächtnis
Neben seiner Arbeit für Film und Fernsehen bewies Glemnitz auch auf der Theaterbühne sein Können. Von 1981 bis 1983 stand er in Wien, West-Berlin und München in dem Musical Evita auf der Bühne, wo er als Oberst Perón auch seine Gesangskünste unter Beweis stellte. Weitere Auftritte in Serien wie Derrick, SOKO 5113, Das Traumschiff und Die Wannseekonferenz (1984) zeugen von seiner vielseitigen Präsenz im deutschen Fernsehen. Für Fans des Synchronsprecher-Universums von Bud Spencer und Terence Hill ist Reinhard Glemnitz eine wichtige Figur: Er steht für die hohe Qualität der deutschen Synchronisation, die maßgeblich zum Kultstatus der Filme beigetragen hat.



