Riccardo Pizzuti

Wenn es in den Filmen von Bud Spencer und Terence Hill richtig zur Sache ging, gab es ein Gesicht, das die Fans fast immer zu sehen bekamen: Riccardo Pizzuti. Der grauhaarige, schnauzbärtige Italiener (* 28. April 1934 in Cetraro) ist der wohl bekannteste Nebendarsteller und Stuntman des legendären Duos. Er spielte in fast allen großen Erfolgen den Handlanger des jeweiligen Bösewichts, der die beiden Helden zunächst arrogant provoziert – und dafür am Ende die heftigsten Hiebe kassiert. Unter Fans genießt Pizzuti längst Kultstatus und ist aus dem Spencer/Hill-Universum nicht wegzudenken.
Vom Stuntman zum Kult-Schläger
Riccardo Pizzuti begann seine Karriere 1961 im italienischen Genrekino. Zunächst trat er in winzigen, meist ungenannten Rollen auf. Seine fundierte Ausbildung als Stuntman half ihm jedoch, sich in der harten Welt des Italowesterns zu etablieren. Er lernte früh, wie man Stürze und Prügeleien vor der Kamera spektakulär, aber sicher ausführt – eine Fähigkeit, die ihm später bei den unzähligen Filmszenen mit Bud und Terence zugutekam.
Seinen Durchbruch bei den Fans feierte er ab 1970 mit Filmen wie Die rechte und die linke Hand des Teufels und Vier Fäuste für ein Halleluja. In letzterem spielte er den schnauzbärtigen Banditenchef, der im Saloon eine unvergessliche Abreibung kassiert. Pizzuti verkörperte den perfekten „Punchingball“: Seine Mimik, wenn er einen Schlag von Bud Spencer auf den Kopf (den berühmten „Dampfhammer“) oder eine blitzschnelle Ohrfeige von Terence Hill erwartete, ist legendär.
Ein fester Bestandteil der Spencer/Hill-Familie
Insgesamt trat Riccardo Pizzuti in 20 gemeinsamen Filmen des Duos auf – ein Rekord unter den Nebendarstellern. Auch in den Solo-Projekten der beiden war er ein gern gesehener Gast, etwa in Sie nannten ihn Mücke (mit Bud Spencer) oder Verflucht, verdammt und Halleluja (mit Terence Hill). In den deutschen Fassungen wurde er häufig von dem markanten Synchronsprecher Arnold Marquis vertont, was seinem Charakter zusätzliche Tiefe und Komik verlieh. Pizzuti, der auch unter den Pseudonymen Rick Piper und Richard Stark auftrat, zog sich Mitte der 1990er Jahre aus dem Filmgeschäft zurück und lebt heute in der Nähe des französischen Toulouse. 2017 kehrte er für den Dokumentarfilm Sie nannten ihn Spencer noch einmal vor die Kamera zurück und bewies, dass er nichts von seinem alten Charme verloren hat.
Steckbrief: Riccardo Pizzuti
| Geburtsdatum: | 28. April 1934 |
| Geburtsort: | Cetraro, Italien |
| Beruf: | Schauspieler, Stuntman |
| Pseudonyme: | Rick Piper, Richard Stark |
| Bekannteste Rolle: | Der ewige Handlanger und Schläger in Spencer/Hill-Filmen |
| Gemeinsame Filme: | 20 Filme mit dem Duo (u.a. Zwei Himmelhunde auf dem Weg zur Hölle, Zwei außer Rand und Band) |
FAQ zu Riccardo Pizzuti
Riccardo Pizzuti stand in insgesamt 20 Filmen gemeinsam mit dem Duo vor der Kamera. Zählt man die Solo-Filme von Bud Spencer und Terence Hill dazu, kommt er auf noch deutlich mehr Auftritte im Spencer/Hill-Universum.
Obwohl die Schläge in den Filmen extrem hart aussahen, passierte dank der hervorragenden Stunt-Ausbildung von Pizzuti und der Präzision von Bud und Terence nur selten etwas. Es kam gelegentlich zu blauen Flecken, aber ernsthafte Verletzungen blieben die absolute Ausnahme.
Nachdem er Mitte der 1990er Jahre seine aktive Schauspielkarriere beendete, zog er sich ins Privatleben zurück. Heute lebt der über 90-jährige Pizzuti in der Nähe der französischen Stadt Toulouse. Für Fan-Events (wie die Comic Con Stuttgart 2018) oder Dokumentationen zeigte er sich gelegentlich noch in der Öffentlichkeit.



