Biografien

Tomas Milian – Biografie

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Wenn es um das italienische Genrekino der 1960er und 1970er Jahre geht, kommt man an einem Gesicht kaum vorbei: Tomas Milian. Der gebürtige Kubaner mit der enormen Leinwandpräsenz avancierte nicht nur zu einem der größten Stars des Italowesterns, sondern drückte auch dem italienischen Polizeifilm (Poliziottesco) seinen Stempel auf. Für Fans von Bud Spencer und Terence Hill ist Milian besonders durch seinen denkwürdigen Auftritt als Tony Roma in Bud, der Ganovenschreck unvergessen.

Steckbrief: Tomas Milian

Merkmal Details
Geburtsname Tomás Quintín Rodríguez Milián
Geburtsdatum 3. März 1933
Geburtsort Marianao, Havanna, Kuba
Sterbedatum 22. März 2017
Nationalität Kubanisch, US-Amerikanisch, Italienisch
Beruf Schauspieler
Bekannte Rollen in Bud Spencer / Terence Hill Filmen Tony Roma in Bud, der Ganovenschreck
Weitere bekannte Filme Der Gehetzte der Sierra Madre, Laßt uns töten, Compañeros, Die Strickmütze, Traffic – Macht des Kartells

Frühe Jahre: Von Kuba nach New York

Tomás Milián wurde am 3. März 1933 in Marianao, nahe der kubanischen Hauptstadt Havanna, als Sohn eines Generals geboren. Seine Kindheit war von politischen Unruhen überschattet: Nach der Machtübernahme durch Fulgencio Batista wurde sein Vater inhaftiert und nahm sich später das Leben. Um diesen traumatischen Umständen zu entkommen, verließ Milián Kuba und zog in die Vereinigten Staaten. In New York fand er seine Berufung und studierte Schauspielerei am renommierten Actors Studio unter der Leitung von Lee Strasberg. Er nahm die US-amerikanische Staatsbürgerschaft an und sammelte erste Erfahrungen in amerikanischen Fernsehserien und auf der Theaterbühne am Broadway.

Der Aufstieg im italienischen Kino

Ende der 1950er Jahre entschied sich Milian für einen mutigen Schritt und zog nach Italien. Zunächst wirkte er in anspruchsvollen, intellektuellen Filmen unter der Regie von Meistern wie Mauro Bolognini und Federico Fellini mit. Da er zu Beginn noch mit einem starken Akzent kämpfte, wurde er in diesen Filmen konsequent synchronisiert. Doch sein Schicksal wendete sich, als er das Genre wechselte.

Im aufblühenden Italowestern fand Milian seine wahre Paraderolle: die des unberechenbaren, charismatischen mexikanischen Banditen oder Revolutionärs. In Filmen wie Der Gehetzte der Sierra Madre (1966), Tepepa (1968) und Sergio Corbuccis Meisterwerk Laßt uns töten, Compañeros (1970, an der Seite von Franco Nero und Jack Palance) wurde er zu einer absoluten Ikone des Genres. Sein rauer Charme und sein Akzent passten nun perfekt zu den Rollen, und er eroberte das europäische Publikum im Sturm.

Die Kultrolle als Tony Roma an der Seite von Bud Spencer

In den 1970er Jahren prägte Milian das italienische Polizeifilm-Genre (Poliziottesco) maßgeblich, insbesondere durch seine wiederkehrende Rolle als unkonventioneller Kommissar Nico Giraldi (in der deutschen Synchronisation oft „Tony Marroni“ genannt), beginnend mit Die Strickmütze (1976).

Für die Spencer/Hill-Community schrieb er 1982 Filmgeschichte: In der Komödie Bud, der Ganovenschreck (Originaltitel: Cane e gatto) spielte er den schlitzohrigen, dauerquasselnden Heiratsschwindler Tony Roma. Die Chemie zwischen dem massigen, stoischen Bud Spencer (als Lieutenant Alan Parker) und dem überdrehten, tanzenden Milian war grandios. Der Film lebt von den ständigen Reibereien der beiden ungleichen Charaktere und gehört bis heute zu den beliebtesten Solo-Filmen von Bud Spencer. Zu den weiteren markanten Nebendarstellern des Films gehörte unter anderem der Hollywood-Veteran Marc Lawrence als Mafia-Boss.

Rückkehr nach Hollywood und Vermächtnis

Mitte der 1980er Jahre verließ Milian Italien und kehrte in die USA zurück. Dort konnte er sich als Charakterdarsteller in Hollywood-Großproduktionen etablieren. Er überzeugte in Filmen wie Oliver Stones JFK – Tatort Dallas (1991), Steven Spielbergs Amistad (1997) und Steven Soderberghs Traffic – Macht des Kartells (2000). Zudem war er ein gefragter Gaststar in populären US-Serien wie Miami Vice und Law & Order.

Tomas Milian verstarb am 22. März 2017 im Alter von 84 Jahren in Miami an den Folgen eines Schlaganfalls. Er hinterlässt ein gewaltiges filmisches Erbe, das von anspruchsvollem Autorenkino über dreckige Western bis hin zu Hollywood-Blockbustern reicht. Seine Fans werden ihn jedoch vor allem als den charmanten Schurken in Erinnerung behalten, der selbst einem Bud Spencer das Leben schwer machen konnte.

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