Vier Fäuste gegen Rio (1984) – Doppelgänger-Chaos in Brasilien
Mit Vier Fäuste gegen Rio (Originaltitel: Non c’è due senza quattro) lieferten Bud Spencer und Terence Hill 1984 eine ihrer kreativsten Komödien ab. Unter der bewährten Regie von E.B. Clucher (Enzo Barboni) schlüpft das Duo hier in eine ungewöhnliche Doppelrolle: Sie spielen nicht nur zwei raubeinige Draufgänger, sondern gleichzeitig auch zwei elitäre, überaus ängstliche Milliardäre. Der Film verlegt die Action an die sonnigen Strände Brasiliens und begeistert Fans bis heute mit seiner genialen Doppelgänger-Thematik.
Die Handlung: Vier Fäuste für ein Milliardengeschäft
Die beiden steinreichen, aber extrem verweichlichten brasilianischen Vettern Bastiano (Terence Hill) und Antonio Coimbra de la Coronilla y Azevedo (Bud Spencer) stehen kurz vor einem riesigen Geschäftsabschluss. Da skrupellose Konkurrenten jedoch Mordanschläge auf sie verüben, engagieren sie über eine New Yorker Agentur zwei schlagkräftige Doppelgänger: den Stuntman Elliot Vance und den Kleinkriminellen und Jazz-Saxophonisten Greg Wonder. Für eine Million Dollar pro Kopf (und einer weiteren halben Million als Prämie für die Entlarvung der Täter) sollen Elliot und Greg die Rollen der Milliardäre übernehmen und die Zielscheibe spielen.
In Rio de Janeiro angekommen, finden die beiden Haudegen schnell Gefallen am luxuriösen Leben mit Privatjet, Rolls-Royce und riesiger Fazenda. Anstatt sich jedoch vornehm zurückzuhalten, sorgen Elliot und Greg mit Barschlägereien und unkonventionellem Verhalten für ordentlich Schlagzeilen. Als die echten, panischen Coimbras vorzeitig nach Rio zurückkehren, ist das Chaos perfekt. Beim großen Showdown auf einer abgelegenen Fazenda müssen sich alle vier gemeinsam einer Söldnertruppe stellen – und entlarven schließlich Bastianos vermeintliche Freundin Donna Olympia als Drahtzieherin.
Drehorte, Synchronisation und Soundtrack
Die Kulisse von Vier Fäuste gegen Rio ist spektakulär: Gedreht wurde fast ausschließlich an Originalschauplätzen in Rio de Janeiro, darunter am Flughafen Santos Dumont, am Strand Praia Vermelha, am berühmten Maracanã-Stadion und natürlich vor der weltbekannten Christusstatue auf dem Corcovado. Die Action-Szenen wurden dadurch mit echtem Urlaubsflair angereichert.
Für die deutsche Synchronisation kehrte Rainer Brandt als Dialogregisseur und Autor zurück. Während Terence Hill wie gewohnt von Thomas Danneberg gesprochen wurde, übernahm für Bud Spencer in diesem Film ausnahmsweise Arnold Marquis die Synchronisation. Ein weiteres Highlight ist der mitreißende Soundtrack von Franco Micalizzi, der mit dem Titelsong „What’s Goin‘ On (In Brazil)“ echtes Copacabana-Feeling versprüht.
Filmdaten auf einen Blick
| Originaltitel: | Non c’è due senza quattro |
| Erscheinungsjahr: | 1984 |
| Regie: | Enzo Barboni (als E.B. Clucher) |
| Darsteller: | Terence Hill, Bud Spencer, April Clough, Harold Bergman, Dary Reis |
| Musik: | Franco Micalizzi |
| Länge: | 99 Minuten |
| Deutsche Synchronsprecher: | Thomas Danneberg (Hill), Arnold Marquis (Spencer) |
FAQ zu Vier Fäuste gegen Rio
Arnold Marquis übernahm in „Vier Fäuste gegen Rio“ die Synchronisation für Bud Spencer, da der übliche Stammsprecher Wolfgang Hess zu dieser Zeit nicht verfügbar war oder (wie bei Brandt-Synchronisationen öfter der Fall) Arnold Marquis vom Studio bevorzugt wurde. Marquis hatte Spencer bereits in Filmen wie „Zwei Missionare“ gesprochen.
In der Szene im New Yorker Bürogebäude, in der Elliot und Greg ihren Auftrag erhalten, liegt als kleiner „Easter Egg“ für das deutsche Publikum ein Exemplar des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ (Ausgabe 15/1984 mit dem Titel „Der Rheuma-Skandal“) auf einem Tisch.
Die Szenen, in denen Bud Spencer und Terence Hill doppelt zu sehen sind, wurden mit dem sogenannten Split-Screen-Verfahren (Bildtrennung) realisiert. Dabei wurde die Kamera fixiert, die Schauspieler spielten erst die eine Rolle, dann wurde der Film zurückgespult und sie spielten die andere Rolle auf der anderen Bildhälfte.



