Zwei glorreiche Halunken: Meisterwerk des Italowesterns
Zwei glorreiche Halunken (Originaltitel: Il buono, il brutto, il cattivo, englisch: The Good, the Bad and the Ugly) ist ein 1966 erschienener Italowestern unter der Regie von Sergio Leone. Der Film bildet den fulminanten Abschluss der berühmten Dollar-Trilogie und gilt bis heute als eines der größten Meisterwerke der Filmgeschichte. Mit seiner innovativen Bildsprache, der legendären Musik und den unvergesslichen Charakteren hat er das Genre nachhaltig geprägt.
Steckbrief: Zwei glorreiche Halunken
| Originaltitel | Il buono, il brutto, il cattivo |
| Erscheinungsjahr | 1966 (Italien), 1968 (Deutschland) |
| Regie | Sergio Leone |
| Drehbuch | Agenore Incrocci, Furio Scarpelli, Luciano Vincenzoni, Sergio Leone |
| Produktion | Alberto Grimaldi |
| Musik | Ennio Morricone |
| Hauptdarsteller | Clint Eastwood, Lee Van Cleef, Eli Wallach |
| Genre | Italowestern |
| Länge | ca. 179 Minuten (Extended Cut) |
| Land | Italien, Spanien, BRD |
Handlung: Die Jagd nach dem Gold
Der Film spielt vor dem Hintergrund des Amerikanischen Bürgerkriegs und folgt drei skrupellosen Revolverhelden, die auf der Suche nach einer versteckten Kiste mit 200.000 Dollar in Goldmünzen sind. Der „Gute“ (Clint Eastwood als der Blonde), der „Böse“ (Lee Van Cleef als Sentenza) und der „Hässliche“ (Eli Wallach als Tuco) bilden ein explosives Dreiergespann. Während der Blonde und Tuco eine brüchige Zweckgemeinschaft eingehen, um sich gegenseitig das Wissen über den genauen Fundort des Goldes zu entlocken, ist ihnen der sadistische Sentenza dicht auf den Fersen. Die Jagd führt sie durch kriegsgebeutelte Landschaften und gipfelt in einem legendären Showdown auf dem Friedhof von Sad Hill.
Hintergrund und Produktion
Nach dem Erfolg von „Für eine Handvoll Dollar“ und „Für ein paar Dollar mehr“ erhielt Sergio Leone für diesen dritten Teil ein deutlich höheres Budget. Gedreht wurde hauptsächlich in Spanien, wobei die weiten Landschaften Andalusiens als perfektes Double für den amerikanischen Westen dienten. Leone nutzte die Ressourcen, um die Schrecken des Bürgerkriegs in epischen Schlachtszenen darzustellen, die dem Film eine unerwartete historische und emotionale Tiefe verliehen. Die Produktion war geprägt von Leones perfektionistischem Ansatz und seiner Liebe zum Detail, die sich in jedem Bild widerspiegelt.
Besetzung: Ein unvergessliches Trio
Die Besetzung ist einer der Hauptgründe für den anhaltenden Erfolg des Films. Clint Eastwood perfektionierte seine Rolle als wortkarger, zynischer Antiheld, der trotz seiner moralischen Ambivalenz als der „Gute“ bezeichnet wird. Lee Van Cleef lieferte als eiskalter Kopfgeldjäger Sentenza eine bedrohliche Performance ab. Doch es war Eli Wallach als Tuco, der mit seiner energiegeladenen, tragikomischen Darstellung des „Hässlichen“ oft die Szenen stahl. Interessanterweise war auch Mario Brega in einer denkwürdigen Nebenrolle als sadistischer Corporal Wallace zu sehen.
Die Filmmusik von Ennio Morricone
Untrennbar mit dem Film verbunden ist der Soundtrack von Ennio Morricone. Das ikonische Hauptthema, das das Heulen eines Kojoten nachahmt, gehört zu den bekanntesten Melodien der Filmgeschichte. Morricones Musik untermalt nicht nur die Handlung, sondern wird oft selbst zu einem handelnden Element, das die Spannung in Leones langgezogenen Sequenzen – wie dem finalen Dreier-Duell (Mexican Standoff) – ins Unermessliche steigert.
Bezug zum Bud-Spencer- und Terence-Hill-Universum
Obwohl Bud Spencer und Terence Hill nicht in der Dollar-Trilogie mitspielten, war der Erfolg von Leones Filmen entscheidend für ihre eigenen Karrieren. Die von Leone etablierten Stilmittel und Archetypen des Italowesterns bildeten die Grundlage, die Spencer und Hill später in Filmen wie „Die rechte und die linke Hand des Teufels“ parodierten. Eine direktere Verbindung entstand 1973, als Leone die Idee zu „Mein Name ist Nobody“ lieferte und produzierte – ein Film, der Terence Hill in der Hauptrolle zeigte und als liebevoller, komödiantischer Abgesang auf das Genre verstanden wird, das Leone selbst erschaffen hatte.
Vermächtnis und kultureller Einfluss
„Zwei glorreiche Halunken“ wird oft als der Höhepunkt des Italowesterns angesehen. Leones innovativer Einsatz von extremen Close-ups, weiten Landschaftsaufnahmen und die moralische Grauzone seiner Charaktere beeinflussten Generationen von Filmemachern, darunter Quentin Tarantino und Robert Rodriguez. Der Film hat die Popkultur tiefgreifend geprägt und bleibt ein zeitloses Meisterwerk, das auch heute noch durch seine inszenatorische Brillanz und seinen zynischen Humor fasziniert.



