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Bud Spencer Ausstellung in Rende: „Oltre l’icona“ zeigt den Menschen hinter der Legende

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Im Süden Italiens gibt es gerade eine neue Anlaufstelle für Bud-Spencer-Fans: Im Museo del Presente im kalabrischen Rende läuft noch bis zum 12. Oktober 2026 die Sonderausstellung „Bud Spencer – Oltre l’icona“, auf Deutsch etwa „Jenseits der Ikone“. Sie ist Teil der Kunstschau „Geni Comuni“, die in diesem Jahr ihre 14. Ausgabe feiert. Zur Eröffnung am 18. September kam mit Cristiana Pedersoli ein ganz besonderer Gast: Bud Spencers Tochter.

Was die Ausstellung zeigen will

Der Titel ist Programm. Statt noch einmal die bekannten Prügelszenen und Bohnenpfannen in den Vordergrund zu stellen, rückt die Schau den Menschen Carlo Pedersoli in den Fokus. Laut den Ankündigungen der Veranstalter geht es um eine Reise in das Leben des Mannes und des Sportlers hinter der Filmfigur. Gezeigt werden dafür Fotografien, Erinnerungsstücke von Filmsets und persönliche Gegenstände aus dem Familienumfeld.

Gerade der sportliche Teil seines Lebens ist vielen Fans bis heute weniger vertraut. Bevor er als Bud Spencer berühmt wurde, gehörte Pedersoli zu den besten Schwimmern Italiens, nahm an den Olympischen Spielen 1952 in Helsinki und 1956 in Melbourne teil und blieb als erster Italiener über 100 Meter Freistil unter einer Minute. Wer mehr darüber wissen möchte, findet in unserem Beitrag über Bud Spencer als Olympia-Schwimmer die ganze Geschichte.

Und das Schwimmen war längst nicht alles. Pedersoli war ein Mann mit erstaunlich vielen Leben: Er machte den Pilotenschein, gründete Anfang der 1980er-Jahre die Fluggesellschaft Mistral Air, schrieb Musiktexte und meldete eigene Erfindungen zum Patent an. Genau diese Vielseitigkeit greift „Oltre l’icona“ auf. Die Ausstellung will zeigen, dass hinter dem gutmütigen Riesen mit der Pfanne ein neugieriger, disziplinierter und ausgesprochen familiärer Mensch stand. Für langjährige Fans ist das eine schöne Ergänzung zu den Filmen, für Neulinge ein guter Einstieg in eine außergewöhnliche Biografie. Wie viele Exponate genau gezeigt werden, geht aus den bisherigen Ankündigungen allerdings nicht hervor.

Cristiana Pedersoli als Ehrengast

Bei der Eröffnung am Freitag, 18. September, stellte Cristiana Pedersoli ihr Buch „Bud, un gigante per papà“ vor und signierte im Anschluss Exemplare. Das Buch ist 2020 im italienischen Verlag Giunti erschienen und erzählt aus Sicht der Tochter vom Familienleben mit dem berühmten Vater – inklusive privater Fotos und Anekdoten. Deutschsprachige Leser kennen Cristiana bereits als Autorin: Unser Buchtipp „Mein Papa Bud“ stellt ihr Werk vor, das 2019 auf Deutsch erschienen ist.

Weniger bekannt ist, dass Cristiana Pedersoli auch selbst Künstlerin und Kuratorin ist. In Rende ist deshalb ein eigener Ausstellungsbereich mit ihren Gemälden und Skulpturen zu sehen. Das passt zu ihrer Rolle im Gedenkjahr 2026: Schon im Juni hatte sie im italienischen Fernsehen für das große Tribute in Rom geworben – über ihren Auftritt im Frühstücksfernsehen haben wir damals berichtet.

„Geni Comuni“: Kunstschau mit 50 Positionen

Die Bud-Spencer-Sektion ist eingebettet in eine größere Ausstellung. Bei „Geni Comuni 2026“ zeigen 50 Künstlerinnen und Künstler aus verschiedenen Regionen Italiens Werke aus Malerei, Bildhauerei und Fotografie. Kuratiert wird die Schau von Luigi Le Piane, der die künstlerische Leitung übernimmt, gemeinsam mit Mariateresa Buccieri. Unter den Teilnehmenden ist zum Beispiel die römische Bildhauerin Chicca Savino.

Ergänzt wird das Programm durch das „Scalpellini Art Lab“. Dort geht es um die traditionelle Steinmetzkunst aus Altilia, einem kleinen Ort in der Provinz Cosenza. In Workshops können Schulklassen und Besucher das alte Handwerk kennenlernen. Wer also mit der ganzen Familie kommt, findet neben der Bud-Spencer-Hommage genug Abwechslung.

Die wichtigsten Infos für deinen Besuch

Das Museo del Presente liegt in der Via R. Kennedy in Rende, einer Stadt direkt neben Cosenza. Die Ausstellung läuft vom 18. September bis zum 12. Oktober 2026. Nach Angaben der Veranstalter ist der Eintritt frei. Konkrete Öffnungszeiten nennen die bisher veröffentlichten Ankündigungen nicht. Wer extra anreist, sollte sich daher vorab direkt beim Museum informieren, damit der Ausflug nicht vor verschlossenen Türen endet.

Für Fans aus Deutschland ist Rende zugegeben kein Ziel für einen spontanen Tagesausflug. Wer aber ohnehin einen Herbsturlaub in Süditalien plant, kann den Abstecher gut einbauen. Die Region Kalabrien bietet im Oktober meist noch angenehme Temperaturen, und von Neapel, Bud Spencers Geburtsstadt, ist es mit dem Zug oder Auto machbar.

Das Gedenkjahr geht weiter

Die Ausstellung in Rende zeigt einmal mehr, wie lebendig die Erinnerung an Bud Spencer auch zehn Jahre nach seinem Tod im Juni 2016 ist. Nach dem großen Tribute in Rom, Konzerten, Kinoabenden und Fantreffen in ganz Europa kommt nun auch die bildende Kunst dazu. Und im Gegensatz zu vielen Fan-Events richtet sich „Oltre l’icona“ ausdrücklich auch an Menschen, die mit den Filmen weniger vertraut sind – der Blick auf den Sportler, Familienvater und Menschen steht im Vordergrund.

Wer sich ausführlicher mit seinem Erbe beschäftigen möchte, findet in unserem Rückblick zehn Jahre ohne Bud eine Einordnung, was von dem sanften Riesen bleibt. Und wer lieber in Deutschland auf Spurensuche geht, sollte sich das Bud Spencer Museum Berlin vormerken: Dort läuft seit Februar 2026 die Sonderausstellung „Ten Years Without Bud“.

Du warst in Rende oder planst einen Besuch? Dann schick uns gerne deine Eindrücke und Fotos. Wir freuen uns über jeden Bericht aus erster Hand – gerade von Ausstellungen, die in Deutschland kaum jemand auf dem Schirm hat.

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