Bud Spencers letzte Ruhestätte: Das Grab auf dem Campo Verano in Rom

Zehn Jahre ist es her, dass die Welt einen ihrer sympathischsten und schlagkräftigsten Filmhelden verlor. Am 27. Juni 2016 verstarb Carlo Pedersoli, den wir alle als Bud Spencer lieben gelernt haben, im Alter von 86 Jahren in Rom. Sein Tod löste damals eine Welle der Anteilnahme aus, die weit über die Grenzen Italiens hinausging. Millionen von Fans, für die der sanfte Riese ein fester Bestandteil ihrer Kindheit und Jugend war, trauerten um den Mann, der mit seinen Filmen so viel Freude geschenkt hatte. Anlässlich seines zehnten Todestages blicken wir auf einen Ort, der für viele Anhänger zu einer stillen Pilgerstätte geworden ist: Seine letzte Ruhestätte auf dem altehrwürdigen Friedhof Campo Verano in Rom.
Der Campo Verano: Eine Ruhestätte für Legenden
Wer nach Rom reist, um auf den Spuren von Bud Spencer und seinem langjährigen Weggefährten Terence Hill zu wandeln, hat meist die bekannten Drehorte im Kopf. Doch für einen Moment der stillen Einkehr zieht es viele Fans zum Cimitero Monumentale del Verano, kurz Campo Verano. Dieser gigantische, historische Friedhof im Stadtteil Tiburtino, direkt neben der eindrucksvollen Basilica di San Lorenzo fuori le mura gelegen, ist weit mehr als nur ein Begräbnisplatz. Er ist ein monumentales Freilichtmuseum der römischen Geschichte und die letzte Ruhestätte zahlreicher prominenter Persönlichkeiten aus Kunst, Kultur und Politik.
Dass Carlo Pedersoli genau hier beigesetzt wurde, unterstreicht seinen Stellenwert in der italienischen Gesellschaft. Er war eben nicht nur der lustige Prügelknabe aus den Kultfilmen, sondern ein hochangesehener Neapolitaner, der in Rom seine Heimat gefunden hatte. Ein Olympiaschwimmer, ein Erfinder, ein Pilot und ein Familienvater, dessen Leben so vielschichtig war wie die Monumente, die ihn nun auf dem Campo Verano umgeben.
Ein privates Grab und eine öffentliche Gedenkstätte
Wer nun jedoch erwartet, auf dem Friedhof ein gewaltiges, leicht auffindbares Mausoleum mit einer überlebensgroßen Statue des Dampfhammers zu finden, wird überrascht sein. Die Familie Pedersoli hat sich ganz bewusst dafür entschieden, die genaue Lage des eigentlichen Grabes nicht groß öffentlich zu kommunizieren. Dieser Wunsch nach Privatsphäre passt zu dem Mann, der trotz seines weltweiten Ruhms immer bodenständig blieb und das Familienleben über alles stellte. Das Grab selbst soll ein Ort der Stille für seine Frau Maria, seine Kinder und Enkelkinder bleiben.
Dennoch wusste die Familie natürlich um das tiefe Bedürfnis der internationalen Fan-Gemeinde, sich von ihrem Idol zu verabschieden und ihm nahe zu sein. Deshalb wurde ein wunderbarer Kompromiss gefunden: In der Familienkapelle der Familie Vasaturo Amato – der Familie seiner Ehefrau Maria – wurde eine offizielle Gedenkstätte eingerichtet. Diese Kapelle (Cappella V) befindet sich rechts hinter dem Seiteneingang Portonaccio und ist für Besucher zugänglich.
Blumen, Briefe und eine tiefe Verbundenheit
Betritt man diese Gedenkstätte, wird einem sofort klar, wie viel Bud Spencer den Menschen bedeutet hat. Der Ort ist liebevoll gestaltet und zeugt von der ungebrochenen Zuneigung seiner Anhänger. Hier finden sich nicht nur frische Blumen, sondern unzählige persönliche Erinnerungsstücke. Fotos aus den Glanzzeiten seiner Karriere, kleine selbstgebastelte Fanartikel und vor allem Briefe aus aller Welt zieren den Raum.
Es sind rührende Botschaften, in denen Fans sich für die unbeschwerten Stunden vor dem Fernseher bedanken, für die Lacher, die über schwierige Zeiten hinweghalfen, und für die Werte von Freundschaft und Gerechtigkeit, die in seinen Filmen immer mitschwangen. Es ist keine Seltenheit, dass Besucher aus Deutschland, Österreich, Ungarn oder Südamerika extra nach Rom reisen, um hier eine Nachricht zu hinterlassen. Die Gedenkstätte ist zu einem lebendigen Ort des Austauschs geworden, an dem die Liebe zu den Filmen greifbar in der Luft liegt.
Ein Erbe, das weiterlebt
Zehn Jahre ohne Bud Spencer – das ist eine lange Zeit. Doch wenn man sieht, wie lebendig die Erinnerung an ihn gehalten wird, sei es durch Gedenkorte wie auf dem Campo Verano, durch das Museum in Berlin oder durch die riesigen Fan-Festivals, dann wird deutlich: Dieser Mann ist unsterblich. Er hat sich durch seine Filme einen festen Platz in unseren Herzen gesichert. Und solange wir uns an seine Sprüche erinnern, solange wir bei einer Pfanne Bohnen mit Speck an ihn denken und solange wir seine Filme an die nächste Generation weitergeben, wird er immer bei uns sein.
Wer in Zukunft eine Reise nach Rom plant, sollte sich vielleicht eine Stunde Zeit nehmen, um den Trubel der Ewigen Stadt hinter sich zu lassen und den Campo Verano zu besuchen. Es ist ein Ort, der zum Nachdenken einlädt. Ein Ort, an dem man Carlo Pedersoli für einen kurzen Moment ganz nah sein kann. Und wer weiß, vielleicht hört man ja, wenn man ganz leise ist, das vertraute, tiefe Lachen des großen Bären zwischen den alten Zypressen Roms widerhallen.



