Bud Spencers Plattfuß-Reihe kehrt ins Kino zurück: Alle vier Filme 2026

Es ist ein Phänomen, das die ungebrochene Strahlkraft der italienischen Kultfilme eindrucksvoll unter Beweis stellt: Auch im Sommer 2026 erobert Bud Spencer wieder die großen Leinwände der Republik. Nachdem in den vergangenen Jahren vor allem die gemeinsamen Blockbuster mit seinem kongenialen Partner Terence Hill für ausverkaufte Säle sorgten, rückt in diesem Jahr eines der erfolgreichsten Solo-Projekte des Dampfhammers in den Fokus. Der Verleih Croco Film bringt die komplette, vierteilige Plattfuß-Reihe zurück ins Kino. Eine einmalige Gelegenheit für Fans, den neapolitanischen Kommissar Rizzo in voller Pracht und auf der großen Leinwand zu erleben.
Ein Kommissar, der keine Waffe braucht
Die Plattfuß-Filme nehmen im Schaffen von Carlo Pedersoli eine ganz besondere Stellung ein. Als die Reihe 1973 mit Sie nannten ihn Plattfuß ihren Anfang nahm, wagte der Schauspieler einen wichtigen Schritt aus dem Schatten des erfolgreichen Duos. Kommissar Rizzo, genannt Plattfuß, ist kein klassischer Haudrauf, sondern ein Kriminalist mit Herz, Verstand und einer tiefen Verwurzelung in seiner Heimatstadt Neapel. Er lehnt Schusswaffen kategorisch ab und verlässt sich bei der Verbrechensbekämpfung stattdessen auf seine Intuition, sein weitverzweigtes Netzwerk in der neapolitanischen Unterwelt und – wenn es hart auf hart kommt – auf seine durchschlagenden Fäuste.
Die Reihe zeichnet sich durch eine gelungene Mischung aus spannenden Kriminalfällen, lokalem Kolorit und dem typischen Humor aus, den die Fans so lieben. Im Gegensatz zu den reinen Komödien blitzt in den Plattfuß-Filmen immer wieder auch eine gewisse Ernsthaftigkeit auf, wenn es um Themen wie Drogenhandel, Korruption oder soziale Ungerechtigkeit geht. Genau diese Balance macht die vier Filme bis heute zu absoluten Kultfilmen, die auch beim x-ten Anschauen nicht an Reiz verlieren.
Vier Filme, vier Kontinente
Die bundesweite Kino-Wiederaufführung umfasst alle vier Teile der Reihe, die Kommissar Rizzo im Laufe der Jahre weit über die Grenzen Neapels hinausführten. Nach dem durchschlagenden Erfolg des ersten Teils schickte Regisseur Steno seinen Protagonisten 1975 in Plattfuß räumt auf nach Asien, um den internationalen Drogenhandel zu bekämpfen. Der Film, der in Deutschland zeitweise auch unter dem Titel „Buddy in Hongkong“ lief, punktet mit exotischen Schauplätzen und einer packenden Handlung.
1978 folgte mit Plattfuß in Afrika der wohl emotionalste Teil der Reihe. Hier nimmt sich Rizzo des kleinen Waisenjungen Bodo an, der schnell zu seinem ständigen Begleiter und heimlichen Star des Films avanciert. Den krönenden Abschluss bildete schließlich 1980 Plattfuß am Nil, der den Kommissar nach Ägypten führt und mit spektakulären Kulissen rund um die Pyramiden und die Sphinx aufwartet. Dass nun alle vier Teile in einer zusammenhängenden Reihe im Kino gezeigt werden, ist ein Fest für jeden Cineasten und Fan der italienischen Popkultur.
Plattfuß als Solo-Projekt: Bud Spencer ohne Terence Hill
Ein besonderes Merkmal der Plattfuß-Reihe ist, dass sie zeigt, wie stark Bud Spencer auch ohne seinen berühmten Filmpartner war. Während die gemeinsamen Abenteuer mit Terence Hill von der Dynamik des ungleichen Duos lebten, musste der Dampfhammer bei Kommissar Rizzo alleine die Bühne füllen. Und er tat es mit Bravour. Die Figur des Plattfuß ist vielschichtiger als viele seiner anderen Rollen: Er ist ein Mann des Volkes, der die Straßen Neapels kennt wie seine Westentasche, der mit Kleinkriminellen genauso reden kann wie mit Mafiabossen, und der trotz seiner unbürokratischen Methoden stets auf der Seite der Schwachen steht. Diese Tiefe macht die Filme auch für ein Publikum interessant, das über die reinen Prügelkomödien hinausschauen möchte.
Regisseur Steno, der alle vier Teile inszenierte, verstand es meisterhaft, die Stärken seines Hauptdarstellers in Szene zu setzen. Die Drehbücher boten Bud Spencer Gelegenheit, neben der körperlichen Komik auch emotionale Momente zu spielen – besonders im dritten Teil, in dem die Vater-Sohn-Beziehung zwischen Rizzo und dem kleinen Bodo zu Herzen geht. Es ist kein Zufall, dass die Plattfuß-Reihe in Italien, wo die Figur des Commissario Rizzo eine eigene kulturelle Bedeutung erlangt hat, bis heute besonders verehrt wird. Für viele Fans gilt sie als das Herzstück des Bud-Spencer-Universums.
Bundesweite Vorführungen im Spätsommer
Die Termine für die Wiederaufführungen ziehen sich durch den gesamten Spätsommer und Herbst 2026. Zahlreiche Kinos in ganz Deutschland beteiligen sich an der Aktion. So zeigt beispielsweise der renommierte Zoo Palast in Berlin die Filme im Rahmen seines Klassiker-Programms, während auch Multiplex-Kinos wie das Cinestar IMAX im Sony Center oder die Lichtburg in Ulm mit von der Partie sind. Auch kleinere Programmkinos und Autokinos, wie die Filmnächte am Elbufer in Dresden oder das Kinodrom in Bocholt (wo der zweite Teil Ende September auf dem Spielplan steht), haben die Reihe in ihr Programm aufgenommen.
Die Vorführungen bieten nicht nur die Möglichkeit, die Filme in bestmöglicher Bild- und Tonqualität zu genießen, sondern auch das Gemeinschaftserlebnis, das diese Komödien so besonders macht. Wenn der ganze Kinosaal lacht, weil Plattfuß wieder einmal mit einem einzigen Schlag eine ganze Horde von Schlägern außer Gefecht setzt, dann ist das ein Gefühl, das kein heimischer Fernseher reproduzieren kann. Es empfiehlt sich, die Spielpläne der örtlichen Kinos im Auge zu behalten, da viele Vorstellungen bereits im Vorverkauf gut gebucht sind. Also, sichert euch die Tickets, bereitet euch auf eine ordentliche Portion neapolitanischen Charme vor und freut euch auf ein Wiedersehen mit dem wohl sympathischsten Kommissar der Filmgeschichte.



