News

Die unterschätzten Perlen: Bud Spencer & Terence Hill neu entdeckt

5
(1)

Jeder Fan von Bud Spencer und Terence Hill hat seine persönlichen Favoriten. Wenn es um die „besten Filme“ des legendären Duos geht, fallen fast immer dieselben Titel: „Zwei sind nicht zu bremsen“, „Zwei bärenstarke Typen“ oder natürlich der unangefochtene Western-Klassiker „Die rechte und die linke Hand des Teufels“. Das renommierte Online-Magazin Film plus Kritik hat kürzlich ein neues Ranking veröffentlicht, das genau diese Meisterwerke auf die vorderen Plätze wählt. Doch was ist mit den Filmen, die es nur knapp in die Top 10 geschafft haben? Gerade in der Bud-Terence-Community wissen wir: Oft sind es die vermeintlich schwächeren Filme, die einen ganz besonderen Charme versprühen und bei jedem Rewatch an Nostalgie-Wert gewinnen. Wir werfen einen Blick auf die unterschätzten Perlen des Duos.

Wenn Cops in Miami aufräumen

Im Ranking von Film plus Kritik landet „Die Miami Cops“ (1985) auf Platz 10. Die Begründung: Die Luft sei ein wenig heraus gewesen, die Handlung wirke etwas ideenlos. Objektiv betrachtet mag das stimmen. Der Film markiert das Ende einer langen Reihe von Erfolgen, bevor sich das Duo für viele Jahre trennte. Doch für echte Fans hat dieser Film einen ganz eigenen, unbestreitbaren Reiz.

Das 80er-Jahre-Setting im sonnigen Florida, die unverkennbare Synthesizer-Musik und die Tatsache, dass Bud Spencer und Terence Hill hier nicht als chaotische Vagabunden, sondern als waschechte Polizisten ermitteln, verleiht dem Film eine besondere Atmosphäre. Die Gags mögen routinierter wirken, aber die Chemie zwischen den beiden ist nach wie vor spürbar. Es ist ein Film, den man sich an einem verregneten Sonntagnachmittag ansieht, um sich einfach gut unterhalten zu lassen. Die Miami Cops sind vielleicht kein cineastisches Meisterwerk, aber sie sind ein verlässlicher Wohlfühl-Garant.

Das exotische Afrika-Abenteuer

Ebenfalls oft kritisiert und im Ranking auf Platz 8 gelistet: „Das Krokodil und sein Nilpferd“ (1979). Die Kritiker bemängeln oft den etwas blassen Bösewicht und den teils moralisierenden Plot rund um den Tierschutz. Doch genau dieser Plot macht den Film aus heutiger Sicht überraschend modern.

Bud und Terence setzen sich in Afrika für Tiere ein und verprügeln Wilderer – eine Botschaft, die heute aktueller denn je ist. Zudem bietet das afrikanische Setting eine erfrischende Abwechslung zu den staubigen Western-Städtchen oder den Straßen von Miami. Die Landschaftsaufnahmen sind beeindruckend, und die Szene, in der Bud Spencer ein ganzes Orchester mit seiner Stimme dirigiert, ist schlichtweg Kult. Es sind diese kleinen, absurden Momente, die den Film zu einem heimlichen Favoriten vieler Fans machen.

Der nostalgische Abschied

Ein Film, der in vielen Rankings – so auch bei Film plus Kritik (Platz 7) – im Mittelfeld landet, ist „Die Troublemaker“ (1994). Es war der letzte gemeinsame Film der beiden Legenden. Die Jahre hatten sichtlich Spuren hinterlassen, die Bewegungen waren nicht mehr ganz so schnell, die Fäuste flogen ein wenig langsamer. Für Kritiker ein Grund, den Film als müden Abklatsch alter Glanzzeiten abzutun.

Für die Fangemeinde ist „Die Troublemaker“ jedoch ein hoch emotionaler Film. Es ist eine liebevolle Hommage an ihre eigenen Wurzeln im Western-Genre. Der Film ist durchzogen von einer melancholischen Nostalgie. Wenn Bud und Terence am Ende des Films die Bösewichte verprügeln und diese wie Wunderkerzen an einem Baum hängen, ist das nicht nur lustig, sondern auch ein rührender Abschied von der Leinwand. Wer diesen Film mit dem Herzen eines Fans sieht, erkennt den Wert dieses letzten gemeinsamen Auftritts.

Moderne Polizisten außer Rand und Band

Auf Platz 9 des Rankings findet sich „Zwei außer Rand und Band“ (1977). Die Kritik: Wenige Szenen brennen sich ins Gedächtnis, das Szenario sei eigenwillig. Tatsächlich ist es ungewohnt, die beiden als moderne Polizisten in Uniform zu sehen, die gegen Straßengangs kämpfen.

Doch gerade diese Abweichung vom üblichen Muster macht den Film interessant. Die Szene, in der sie ein Bowling-Center buchstäblich auseinandernehmen, ist ein Meisterstück der Prügel-Choreografie. Der Film zeigt, dass Bud Spencer und Terence Hill auch in einem urbaneren, moderneren Setting funktionieren. Die Sprüche sind scharf, die Action ist rasant, und die Dynamik der beiden ist auf dem Höhepunkt ihrer Karriere. Ein Film, der definitiv mehr Anerkennung verdient hat.

Fazit: Die Liebe zum Unperfekten

Rankings und Bestenlisten sind immer subjektiv. Die vorderen Plätze von Filmen wie „Zwei wie Pech und Schwefel“ oder „Vier Fäuste für ein Halleluja“ sind unbestritten verdient. Es sind Meilensteine der Filmgeschichte. Doch die wahre Liebe der Fans zeigt sich oft in der Wertschätzung für die unperfekten Filme.

Es sind die Streifen, in denen die Handlung vielleicht hinkt, die Gags sich wiederholen oder die Darsteller sichtlich älter geworden sind. Aber es sind genau diese Filme, die uns das Gefühl geben, alte Freunde wiederzutreffen. Sie bieten uns die vertraute Geborgenheit, die wir an Bud Spencer und Terence Hill so schätzen. Welcher Film für jeden Einzelnen der beste ist, entscheidet am Ende nicht die Filmkritik, sondern das eigene Herz. 

Wie hilfreich war dieser Beitrag?

Klicke auf die Sterne um zu bewerten!

Durchschnittliche Bewertung 5 / 5. Anzahl Bewertungen: 1

Bisher keine Bewertungen! Sei der Erste, der diesen Beitrag bewertet.

Mehr anzeigen

Ähnliche Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Schaltfläche "Zurück zum Anfang"