Bud Spencer und Terence Hill: Kult-Duo für die Ewigkeit
Die Geburtsstunde eines legendären Duos
Wer kennt sie nicht, die beiden Helden unserer Kindheit, die mit fliegenden Fäusten und lockeren Sprüchen Kinogeschichte geschrieben haben? Bud Spencer und Terence Hill sind nicht einfach nur Schauspieler – sie sind ein Lebensgefühl. Ein Gefühl von Bohnen mit Speck, von schallenden Ohrfeigen, die niemanden wirklich verletzen, und von einer unerschütterlichen Freundschaft. Schnapp dir eine Pfanne voller Bohnen und tauche mit uns in die Welt von Bud und Terence ein!
Die Geschichte von Bud Spencer und Terence Hill begann weit entfernt von den staubigen Saloons des Wilden Westens. Eigentlich hießen die beiden Carlo Pedersoli und Mario Girotti. Doch um ihre Filme international besser vermarkten zu können, brauchten sie griffige, englisch klingende Namen.
Carlo Pedersoli kreierte sein Pseudonym aus zwei Dingen, die er liebte: seiner Lieblingsbiermarke Budweiser und seinem Lieblingsschauspieler Spencer Tracy. So wurde aus dem Neapolitaner der legendäre Bud Spencer. Mario Girotti hingegen wählte seinen Namen aus einer Liste von 20 Vorschlägen. Er entschied sich für Terence Hill, da dieser Name dieselben Initialen wie der Name seiner Mutter, Hildegard Thieme, trug.
Was viele nicht wissen: Beide waren begeisterte Schwimmer und sogar im selben Schwimmverein, ohne sich damals näherzukommen. Bud Spencer war sogar so erfolgreich, dass er an den Olympischen Spielen teilnahm und ihm in Schwäbisch Gmünd ein eigenes Freibad gewidmet wurde.
Mehr als nur fliegende Fäuste: Die Multitalente hinter den Kulissen
Auf der Leinwand verkörperten sie oft die Rollen des brummigen, schlagkräftigen Riesen und des charmanten, flinken Schlitzohrs. Doch privat waren Bud und Terence viel mehr als das.
Bud Spencer war ein echtes Multitalent. Er war nicht nur Schauspieler und Schwimmprofi, sondern auch Erfinder, Sänger, Komponist und Pilot. Er meldete zahlreiche Patente an, darunter einen Spazierstock mit integrierter Sitzgelegenheit und eine elektrische Spielzeugmaus. Zudem war er hochintelligent, übersprang zwei Schulklassen und schloss sein Jurastudium in Rekordzeit ab. 1981 gründete er sogar seine eigene Fluggesellschaft, Mistral Air.
Terence Hill hingegen zeigte sich als sprachbegabt und naturverbunden. Er studierte Literatur und spricht fließend Deutsch, da er als Kind während des Zweiten Weltkriegs bei seinen Großeltern im sächsischen Lommatzsch lebte. Auch er hat in Deutschland Spuren hinterlassen: Ein Freibad in der Nähe von Dresden trägt seinen Namen, und er betreibt einen eigenen Eis-Saloon in der Dresdner Innenstadt, wo Fans seine Lieblingssorte Pistazie probieren können.
Die besten Filme von Bud Spencer und Terence Hill
In über 35 Jahren drehten die beiden 18 gemeinsame Filme, die bis heute Kultstatus genießen. Hier sind einige der unvergesslichsten Klassiker:
Vier Fäuste für ein Halleluja (1971)
Dieser Film definierte das Genre der Westernkomödie neu. Die Mischung aus Slapstick, lockeren Sprüchen und choreografierten Prügeleien traf genau den Nerv der Zeit. Fun Fact: Fans haben nachgezählt und festgestellt, dass in diesem Film 3 Tritte, 7 Bauchschläge, 12 Ohrfeigen und stolze 85 Kopftreffer verteilt wurden.
Zwei Himmelhunde auf dem Weg zur Hölle (1972)
In dieser Abenteuerkomödie schlüpfen Bud und Terence in die Rollen von Buschpiloten. Hier etablierte sich auch Thomas Danneberg als Stammsprecher von Terence Hill, was maßgeblich zum Erfolg im deutschsprachigen Raum beitrug.
Zwei wie Pech und Schwefel (1974)
Ein roter Strandbuggy mit gelbem Häubchen, Würstchen-Wettessen und ein unvergesslicher Titelsong machen diesen Film zu einem absoluten Fan-Favoriten. Der gelb-rote VW Buggy ist heute im Bud-Spencer-Museum in Berlin zu bestaunen.
Das Krokodil und sein Nilpferd (1979)
Ein Abenteuer in Afrika, bei dem Terence Hill sogar zu einem echten Löwen in den Käfig stieg. Bud Spencer steuerte hier den Titelsong „Grau, Grau, Grau“ bei – denn er war eben nicht nur Fäuste, sondern auch Stimme.
Die Magie der Synchronisation
Ein wesentlicher Grund für den enormen Erfolg von Bud Spencer und Terence Hill in Deutschland war die geniale Synchronisation. Rainer Brandt und sein Team schufen das sogenannte „Schnodderdeutsch“ – eine Art der Synchronisation, die die Dialoge mit Wortwitz, Kalauern und lockeren Sprüchen anreicherte. Wer die beliebtesten Sprüche aus den Filmen noch einmal nachlesen möchte, wird auf dieser Seite bestens bedient.
Die Stimmen von Thomas Danneberg (Terence Hill) und Wolfgang Hess bzw. Arnold Marquis (Bud Spencer) sind untrennbar mit den Charakteren verbunden. Sie gaben den Figuren eine eigene, unverwechselbare Identität, die im Original oft weniger humorvoll angelegt war. So wurde aus einem einfachen italienischen Western ein Kultfilm, der Generationen von Zuschauern zum Lachen brachte.
Ein Vermächtnis, das weiterlebt
Bud Spencer verstarb im Jahr 2016, doch sein Vermächtnis lebt weiter. Sein ältester Sohn Giuseppe Pedersoli produziert heute „Bud Power“-Dosenbohnen nach dem Originalrezept seines Vaters. In Berlin eröffnete 2021 das Bud-Spencer-Museum, in dem Fans Requisiten, Filmkulissen und natürlich den berühmten VW-Buggy bestaunen können.
Terence Hill ist weiterhin aktiv, dreht Filme und Serien (wie „Don Matteo“) und erfreut seine Fans mit Auftritten und seiner Eisdiele in Dresden. Die Freundschaft der beiden hielt bis zu Buds Tod an, und Terence Hill betonte oft, dass sie sich in all den Jahren nie gestritten hätten.
Die Filme von Bud Spencer und Terence Hill sind mehr als nur Unterhaltung. Sie sind ein Stück Filmgeschichte, das Werte wie Freundschaft, Gerechtigkeit und den Mut, für das Richtige einzustehen, vermittelt – verpackt in jede Menge Humor und fliegende Fäuste. Egal, wie oft man „Vier Fäuste für ein Halleluja“ oder „Zwei wie Pech und Schwefel“ schon gesehen hat, sie zaubern einem immer wieder ein Lächeln ins Gesicht. Und das ist vielleicht das größte Vermächtnis, das dieses unvergessliche Duo uns hinterlassen hat.
Also, beim nächsten Filmabend: Bohnen in die Pfanne, Film ab und einfach genießen!



