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Chiusano feiert Bud & Terence Festival 2026

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Bud Spencer und Terence Hill gehören längst nicht nur ins Kino oder ins heimische Wohnzimmer. Anfang August zeigte das auch ein kleiner Ort in Kampanien: Chiusano di San Domenico in der Provinz Avellino stellte zwei Tage lang alles unter das Zeichen des berühmten Duos. Beim fünften „Festival Bud & Terence“ ging es am 7. und 8. August 2026 nicht um eine bloße Filmschau, sondern um das, was die Welt von Bud Spencer und Terence Hill so ansteckend macht: gemeinsames Essen, Musik, Motoren, Kostüme und eine Menge guter Laune. Gerade weil die Veranstaltung weit weg von den großen deutschen Fan-Treffen stattfindet, ist sie ein schönes Zeichen dafür, wie lebendig die Begeisterung für die beiden Italiener auch in ihrer Heimat geblieben ist.

Ein Dorf wird zur kleinen Filmkulisse

Chiusano di San Domenico ist keine Metropole, sondern eine Gemeinde im Hinterland von Avellino. Genau das macht den Reiz des Festivals aus. Statt rotem Teppich und abgesperrten VIP-Zonen setzt die fünfte Ausgabe auf ein Programm, das die Zuschauerinnen und Zuschauer mitten hineinzieht. Die Vereinigung Più Forte Ragazzi organisierte das Fest zusammen mit Camposecco Far West und der Gemeinde. Schon der Vereinsname weckt bei Fans natürlich Erinnerungen an den italienischen Originaltitel von Zwei Himmelhunde: Più forte, ragazzi!.

Am Freitag starteten die Stände am späten Nachmittag. Danach standen eine Bier-und-Wurst-Challenge, eine Filmvorführung und Musik auf dem Plan. Am Samstag folgten weitere Stände, eine Parade mit Buggy-Fahrzeugen, ein Wettbewerb rund um Bier und Bohnen, ein Kostümwettbewerb sowie ein Live-Auftritt der Band Los Hermanos – Madre de Dios. Das liest sich nicht wie ein nüchternes Kulturprogramm, sondern wie ein Wochenende, das die Zutaten der Filme ins echte Leben übersetzt. Genau darin liegt die Idee: Nicht nur auf die Leinwand zu schauen, sondern ein gemeinsames Erlebnis daraus zu machen.

Bohnen, Buggy und Musik statt Museumsvitrine

Natürlich darf bei einem Bud-&-Terence-Fest das Essen nicht fehlen. Bohnen gehören zu den Motiven, die Fans sofort erkennen, doch in Chiusano standen sie nicht bloß als Gag auf einer Speisekarte. Die angekündigte Bohnen-Challenge verband den Filmbezug mit italienischer Festkultur, bei der Essen immer auch Gesprächsanlass ist. Dazu kamen Bier, Würste und gastronomische Stände. Es ist eine charmante Erinnerung daran, dass die Komik der beiden Filmstars oft gerade dann am besten funktioniert, wenn sie ganz bodenständig bleibt: ein großer Teller, ein schiefer Spruch und ein hungriger Held.

Auch die Buggy-Parade war mehr als Dekoration. Fahrzeuge stehen bei Bud Spencer und Terence Hill häufig für Freiheit, Improvisation und Abenteuerlust. Mal rumpeln sie über staubige Pisten, mal werden sie zum unverzichtbaren Teil einer Verfolgungsjagd. In Chiusano konnten die Besucher diese Energie einmal nicht nur im Film, sondern auf den Straßen des Orts erleben. Dass es dazu einen Kostümwettbewerb gab, passt perfekt: Die Figuren der Filme leben von klaren Silhouetten, auffälligen Hüten, Westen, Hemden und dem Mut, sich selbst nicht zu ernst zu nehmen.

Warum solche Feste funktionieren

Der Kern der Spencer/Hill-Filme ist keine komplizierte Mythologie. Es geht um Freundschaft, Fairness, ein bisschen Anarchie und den Spaß daran, den Überheblichen den Wind aus den Segeln zu nehmen. Diese Mischung funktioniert generationsübergreifend. Wer die Filme in den 1970er- und 1980er-Jahren im Kino gesehen hat, kann sie mit den eigenen Kindern oder Enkeln teilen. Und wer die Figuren erst über Streaming, Clips oder Erzählungen entdeckt, versteht trotzdem sofort, warum ein Teller Bohnen und ein Buggy für manche Fans fast denselben Wiedererkennungswert haben wie eine Filmmelodie.

Das Chiusano-Festival knüpft genau an diese Offenheit an. Es braucht kein Fachwissen über jede einzelne Szene und keine Vitrine voller Raritäten. Die Teilnahme beginnt beim Mitfeiern. Eine Filmvorführung, Musik, Fahrzeuge und Essen schaffen niedrigschwellige Begegnungen zwischen langjährigen Fans, Familien und neugierigen Einheimischen. In einer Zeit, in der viele Kulturangebote auf möglichst exklusive Momente setzen, ist das geradezu wohltuend unkompliziert.

Bemerkenswert ist auch der Rhythmus der beiden Festtage. Der Freitag begann am Abend, während der Samstag bereits am Vormittag weiterlief. So bekam das Programm bewusst zwei unterschiedliche Stimmungen: erst der lockere Auftakt mit Essen, Film und Musik, dann ein langer Festtag mit Fahrzeugen, Spielen und Bühnenmomenten. Für einen kleinen Ort ist das eine kluge Form, Besucher nicht nur für einen einzelnen Programmpunkt anzulocken, sondern ihnen Zeit für Gespräche und Entdeckungen zu geben.

Ein italienisches Sommerfest mit Filmherz

Die fünfte Ausgabe in Chiusano zeigt, dass das Erbe von Bud Spencer und Terence Hill nicht an ein einziges großes Event gebunden ist. Es wächst auch in kleineren Orten, wenn engagierte Menschen eine Idee liebevoll umsetzen. Dabei entsteht kein Abklatsch der Kinofilme, sondern etwas Eigenes: ein regionales Sommerfest mit filmischem Herz. Die Mischung aus lokaler Gastronomie, Musik und Fahrzeugen macht das Festival unverwechselbar und gibt dem Duo eine Bühne, die sehr italienisch und zugleich international verständlich ist.

Wer sich nach dem Blick nach Kampanien wieder durch die Filmwelt klickt, entdeckt viele Anknüpfungspunkte. Das ist vielleicht der schönste Nachklang solcher Veranstaltungen: Sie machen Lust, einen alten Lieblingsfilm noch einmal einzulegen – oder einen bisher übersehenen zu entdecken. Die Programmdaten zum fünften Festival veröffentlichte AvellinoToday vor dem Veranstaltungswochenende. Chiusano hat damit gezeigt, dass zwei große Leinwandhelden auch Jahrzehnte später noch ein ganzes Dorf in Bewegung bringen können.

 

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