„Junior & Senior“: Neuer Comic als Hommage an Bud Spencer und Terence Hill

Die Begeisterung für das legendärste Duo der Filmgeschichte reißt auch im Jahr 2026 nicht ab. Ein ganz besonderes Highlight für Fans von Bud Spencer und Terence Hill kommt diesmal nicht aus Italien oder Deutschland, sondern aus der frankofonen Comic-Szene. Die französische Bande Dessinée (BD) „On les appelle Junior et Senior“ (zu Deutsch: „Man nennt sie Junior und Senior“) schlägt derzeit hohe Wellen und ist sogar für den renommierten ActuaBD-Preis 2026 nominiert. Es ist eine liebevolle, humorvolle und actiongeladene Hommage an die beiden Kinohelden, die Generationen geprägt haben.
Die Entstehung einer Hommage
Hinter dem vielversprechenden Projekt stehen zwei kreative Köpfe: Der Autor Robin Recht und der Zeichner Jean-Baptiste Hostache. Erschienen ist das Album im traditionsreichen Verlag Le Lombard. Für Robin Recht ist das Projekt eine Rückkehr zu den Helden seiner eigenen Kindheit. Er erinnert sich noch gut daran, wie ihn sein Großvater ins Kino mitnahm, um B-Movies und Spaghetti-Western zu schauen. Dort entdeckte er Filme wie „Die rechte und die linke Hand des Teufels“ und war sofort fasziniert von der Dynamik zwischen dem schlitzohrigen Terence Hill und dem brummigen Bud Spencer.
Interessanterweise dachte Recht als Kind lange Zeit, die beiden Schauspieler seien Amerikaner – ein Irrtum, dem in den 1970er und 1980er Jahren viele Zuschauer erlagen, da die Filme oft stark amerikanisiert vermarktet wurden. Diese kindliche Faszination und die spätere Erkenntnis über die wahren Wurzeln des Duos bildeten den emotionalen Grundstein für „Junior & Senior“. Recht wollte eine Geschichte schreiben, die genau dieses wohlige, nostalgische Gefühl einfängt: Ein Kino, das erwachsen wirkt, aber im Herzen wunderbar regressiv ist und auch Kinder begeistert.
Die Protagonisten: Unverkennbare Vorbilder
Schon ein kurzer Blick auf das Cover des Comics lässt keine Zweifel offen, wer hier Pate stand. „Junior“ ist ein großer, blonder, gutaussehender und charmanter Tunichtgut, der die Frauenherzen höherschlagen lässt – eine unverkennbare Verbeugung vor Terence Hill. An seiner Seite steht „Senior“, ein massiger, bärtiger und stets hungriger Riese, der Konflikte am liebsten mit einem gezielten Schlag auf den Kopf löst – Bud Spencer in Reinkultur.
Obwohl die Namen geändert wurden, sind Mimik, Gestik und die grundlegende Charakterdynamik perfekt getroffen. Der Comic fängt die Essenz der Filme ein: Zwei ungleiche Partner, die sich eigentlich nicht ausstehen können, aber immer wieder zusammenarbeiten müssen, um aus brenzligen Situationen herauszukommen.
Die Handlung: Eine chaotische Entführung
Die Geschichte von „Junior & Senior“ beginnt, wie so viele Abenteuer des Originals, in einer misslichen Lage. Die beiden Gauner sitzen im Gefängnis. Ihre Chance auf Freiheit bietet sich in Form eines zwielichtigen Deals mit einem lokalen Politiker. Sie sollen die uneheliche Tochter eines rivalisierenden Senators entführen, die in einem Waisenhaus versteckt gehalten wird. Ein scheinbar einfacher Auftrag für zwei hartgesottene Halunken.
Junior, der ewige Verführer, rechnet bereits damit, eine attraktive junge Frau vorzufinden. Doch die Realität sieht anders aus: Im Waisenhaus treffen sie nicht auf eine junge Dame, sondern auf sechs kleine, äußerst gewitzte Mädchen. Keine von ihnen will verraten, wer die gesuchte Senatorentochter ist. Aus Mangel an Alternativen und unter Zeitdruck beschließen Junior und Senior kurzerhand, alle sechs Mädchen mitzunehmen.
Sechs Mädchen, eine Gouvernante und jede Menge Ärger
Damit nimmt das Chaos seinen Lauf. Die sechs kleinen Mädchen erweisen sich als äußerst anstrengende Fracht, die die beiden rauen Kerle gehörig auf Trab hält. Zeichner Jean-Baptiste Hostache hat die Kinder laut Autor Recht bewusst so entworfen, dass sie wie kleine, verspielte Welpen wirken, die den beiden Protagonisten ständig auf der Nase herumtanzen. Diese Dynamik bringt eine wunderbare Zärtlichkeit und Komik in die Geschichte, die an Filme wie „Zwei außer Rand und Band“ erinnert, in denen Bud und Terence ebenfalls mit ungewohnten familiären Situationen konfrontiert wurden.
Zu allem Überfluss sind Junior und Senior nicht die Einzigen, die hinter den Mädchen her sind. Sie werden bald von einer furiosen deutschen Gouvernante, einer Bande wenig intelligenter mexikanischer Banditen und schließlich sogar von der Armee gejagt. Die rasante Verfolgungsjagd bietet die perfekte Bühne für klassische Schlägereien, absurde Situationen und witzige Dialoge.
Ein Feel-Good-Comic der Extraklasse
Die Macher von „Junior & Senior“ haben sich bewusst für einen humorvollen und leichten Ton entschieden. „Mein Zeichenstil ist normalerweise zu düster für eine solche Geschichte“, erklärt Robin Recht seine Entscheidung, die Illustrationen an Jean-Baptiste Hostache abzugeben. Hostaches weicherer, expressiverer Strich fängt die humorvolle Essenz der Spencer-Hill-Filme perfekt ein. Die Gewalt ist, ganz im Stil der Vorbilder, comicartig überzeichnet und nie blutig oder ernsthaft bedrohlich.
Das erklärte Ziel der Autoren war es, pures, hochwertiges Entertainment zu schaffen. Eine „Feel-Good“-Geschichte, die mit Klichés spielt, aber nie billig wirkt. Und das Konzept geht auf: Die Reaktionen der Leser sind durchweg positiv. Viele berichten, dass der Comic ihnen nach einer anstrengenden Arbeitswoche genau die richtige Portion gute Laune und Nostalgie geliefert hat.
Nominierung für den ActuaBD-Preis 2026
Die Qualität des Albums hat auch die Kritiker überzeugt. „On les appelle Junior et Senior“ hat es unter die fünf Finalisten für den begehrten ActuaBD-Preis 2026 geschafft. Die Entscheidung fällt am 21. Juni 2026. Doch unabhängig davon, ob der Comic den Preis gewinnt oder nicht, ist er bereits jetzt ein Erfolg bei den Fans. Die gute Nachricht für alle, die von den beiden Haudegen nicht genug bekommen können: Ein zweiter Band ist bereits in Vorbereitung. Es bleibt also spannend, welche chaotischen Abenteuer Junior und Senior als Nächstes bestehen müssen. (Quelle: LeMatin.ch)



