Nachruf auf Matthias Wendlandt: Der Produzent von „Die Troublemaker“ ist tot

Die Filmwelt trauert um einen großen Macher hinter den Kulissen. Wie kürzlich bekannt wurde, ist der renommierte Berliner Produzent Matthias Wendlandt am 29. Mai 2026 völlig überraschend in Los Angeles verstorben – nur wenige Tage vor seinem 74. Geburtstag. Für Fans von Bud Spencer und Terence Hill ist der Name Wendlandt untrennbar mit dem letzten gemeinsamen großen Kinoabenteuer des Kult-Duos verbunden. Als Produzent von „Die Troublemaker“ (1994) trug er maßgeblich dazu bei, die beiden Haudegen noch einmal gemeinsam auf die Leinwand zu bringen.
Ein Leben für den Film: Das Erbe der Rialto Film
Matthias Wendlandt wurde am 2. Juni 1952 in Berlin geboren und wuchs buchstäblich in der Filmbranche auf. Sein Vater, der legendäre Horst Wendlandt, prägte das deutsche Kino der Nachkriegszeit wie kaum ein anderer und war verantwortlich für die unvergesslichen Edgar-Wallace- und Karl-May-Verfilmungen. Nach dem Tod seines Vaters im Jahr 2002 übernahm Matthias die Leitung der geschichtsträchtigen Rialto Film und führte das Familienunternehmen mit großer Leidenschaft und Sachverstand weiter.
Sein Wirken beschränkte sich dabei nicht nur auf die Pflege des historischen Erbes. Matthias Wendlandt war ein moderner Produzent, der stets den Spagat zwischen kreativer Vision und wirtschaftlicher Machbarkeit meisterte. Zu seinen Erfolgen zählen unter anderem der moderne Kino-Hit „Das schönste Mädchen der Welt“ (2018) sowie der aufwendige Fernsehmehrteiler „Winnetou – Der Mythos lebt“ (2016), mit dem er den Geist der alten Filme in die heutige Zeit transportierte.
Die Troublemaker: Ein Herzensprojekt mit Bud und Terence
Für die weltweite Fangemeinde des schlagkräftigen Duos bleibt Matthias Wendlandt vor allem als der Mann in Erinnerung, der „Die Troublemaker“ (Originaltitel: „Botte di Natale“) auf den Weg brachte. Es war der letzte gemeinsame Film von Bud Spencer und seinem langjährigen Partner, bevor sich ihre filmischen Wege endgültig trennten. Die Produktion war ein echtes Herzensprojekt, das den nostalgischen Charme der frühen Westernkomödien einfangen sollte.
In enger Zusammenarbeit mit Terence Hill, der bei diesem Film nicht nur die Hauptrolle spielte, sondern auch Regie führte, schuf Wendlandt ein Werk, das bis heute einen besonderen Platz im Herzen vieler Fans einnimmt. Die familiäre Atmosphäre am Set und die tiefe Verbundenheit der Beteiligten waren deutlich spürbar. Es ist bezeichnend für Wendlandts Charakter, dass er Projekte unterstützte, bei denen Menschlichkeit und Freundschaft im Vordergrund standen.
Ein schmerzlicher Verlust für die Branche
Die Nachricht von seinem plötzlichen Tod hat in der Filmbranche tiefe Bestürzung ausgelöst. Kollegen und Weggefährten würdigen Matthias Wendlandt als einen Produzenten, der sich durch Herzlichkeit, Offenheit und eine ansteckende Begeisterungsfähigkeit auszeichnete. Er verstand es, kreative Talente zu fördern und gleichzeitig die oft rauen wirtschaftlichen Realitäten des Filmemachens zu navigieren.
Auch die offizielle Facebook-Seite von Bud Spencer nahm mit bewegenden Worten Abschied: „Bye bye our friend Mathias Wendlandt. You accompanied us together with your father in the most beautiful years. Thank you.“ Diese Worte unterstreichen die langjährige und tiefe Verbindung zwischen der Familie Wendlandt und den italienischen Filmstars, die weit über rein geschäftliche Beziehungen hinausging.
Erinnerungen bleiben
Matthias Wendlandt hinterlässt eine Lücke, die nur schwer zu füllen sein wird. Sein Sohn Felix, der bereits 2010 als Geschäftsführer in das Unternehmen einstieg, wird das Erbe der Rialto Film nun in dritter Generation fortführen. Unser tiefes Mitgefühl gilt in diesen schweren Stunden seiner Frau Rosi, seinen Kindern Felix und Laura, seinen Enkeln sowie seiner Schwester Susan.
Für uns Fans bleibt die Dankbarkeit für die Filme, die er uns geschenkt hat. Wenn wir uns das nächste Mal Die Troublemaker ansehen, werden wir nicht nur über die fliegenden Fäuste und lustigen Sprüche lachen, sondern auch an den Mann denken, der im Hintergrund dafür gesorgt hat, dass die Kameras rollten. Ruhe in Frieden, Matthias Wendlandt.



