Stern-Ranking: Die besten Bud Spencer & Terence Hill Filme – unsere Einordnung

Wenn ein großes Magazin wie der Stern eine Liste der besten Filme von Bud Spencer und seinem kongenialen Partner Terence Hill veröffentlicht, horcht die Fangemeinde auf. Schließlich hat jeder von uns seine ganz eigenen Favoriten, die untrennbar mit Kindheitserinnerungen, lauten Lachern und dem unverkennbaren Duft von Bohnen mit Speck verbunden sind. Das aktuelle Ranking des Magazins, das anlässlich des 10. Todestages des Dampfhammers und des dazugehörigen TV-Marathons erschien, bietet die perfekte Gelegenheit, einmal genauer hinzuschauen: Deckt sich der journalistische Blick von außen eigentlich mit dem, was wir als harte Kern-Fans empfinden?
Die großen Blockbuster dominieren die Spitzenplätze
Wenig überraschend thronen auf den vordersten Plätzen der Stern-Liste die absoluten Mega-Hits. Platz eins belegt Vier Fäuste für ein Halleluja. Die Begründung, der Film habe mit über zwölf Millionen Kinobesuchern in Deutschland das Genre perfektioniert, ist historisch und kommerziell absolut korrekt. Die unschlagbare Chemie der beiden Brüder Trinità und Bambino hat hier zweifellos ihren Höhepunkt erreicht. Auch die weiteren Podestplätze sind mit „Zwei Asse trumpfen auf“ und „Vier Fäuste gegen Rio“ klassische Mainstream-Lieblinge, die durch ihre verrückten Settings – von der Schatzsuche auf einer tropischen Insel bis hin zur cleveren Doppelgänger-Idee in Brasilien – überzeugen.
Doch gerade bei Platz zwei („Zwei Asse trumpfen auf“) scheiden sich in Fankreisen oft die Geister. Während die einen den hemmungslos überdrehten Slapstick und Puffs legendäres Panzerspähwagen-Versteck lieben, sehen andere eher die klassischeren Schläger-Komödien weiter vorne. Es zeigt sich: Der Stern bewertet stark nach dem Faktor „Kult-Szenen“ und der allgemeinen Bekanntheit im sonntäglichen Fernsehprogramm.
Wo bleiben die dreckigen Italowestern?
Ein Blick auf die hinteren Plätze der Top 10 verrät viel über die Wahrnehmung des Duos in der breiten Öffentlichkeit. Der Film „Die rechte und die linke Hand des Teufels“, der den Humor-Western überhaupt erst salonfähig machte und den Grundstein für den Weltruhm legte, landet nur auf einem soliden sechsten Platz. Noch erstaunlicher: Der raue und deutlich düsterere Frühwerk-Klassiker „Gott vergibt – Django nie!“ schafft es gerade so auf Platz zehn. Für Cineasten und Liebhaber des echten Italowesterns sind diese frühen Werke oft die wahren cineastischen Meisterleistungen, da sie noch ohne den später typischen, fast schon comichaften Klamauk auskamen.
Das Ranking verdeutlicht, dass Bud und Terence im kollektiven Gedächtnis der Deutschen vor allem als familienfreundliche Prügel-Clowns verankert sind. Filme wie „Zwei außer Rand und Band“ oder „Das Krokodil und sein Nilpferd“, die mit kreativen Choreografien und sympathischen Tierschutz-Botschaften punkten, werden von der Allgemeinheit oft höher bewertet als die handwerklich brillanten, aber ernsteren Western-Anfänge.
Ein Ranking als Einladung zur Diskussion
Letztlich beweist die Liste des Sterns vor allem eines: Das filmische Erbe der beiden Italiener ist so vielfältig und reichhaltig, dass es schlichtweg unmöglich ist, eine objektive Reihenfolge festzulegen. Jeder Film hat seine eigene Berechtigung, seine eigenen unvergesslichen Sprüche und seinen ganz speziellen Charme. Während der Stern-Artikel eine wunderbare Einstiegsdroge für neue Zuschauer ist, wissen wir Fans: Die wahren Schätze entdeckt man erst, wenn man die Top 10 verlässt und sich auch den Filmen widmet, die nicht jeden Monat im Fernsehen wiederholt werden.
Egal, ob man dem Ranking zustimmt oder seinen eigenen Favoriten schmerzlich vermisst – Listen wie diese halten die Erinnerung lebendig. Und das ist das Wichtigste. Den kompletten Artikel mit allen Begründungen und der detaillierten Rangfolge findet ihr drüben beim Stern. Welcher Film ist eure persönliche Nummer eins?



