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Ruf der Wälder in Kaprun: Filmabend am Originaldrehort mit Terence Hill

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Bevor Terence Hill mit Bohnen, Backpfeifen und blauen Augen zur Legende wurde, stand er als junger Mario Girotti in den Salzburger Alpen vor der Kamera. Genau dorthin kehrt sein Film jetzt zurück: Am Samstag, 3. Oktober 2026, zeigt Kaprun den Heimatfilm „Ruf der Wälder“ aus dem Jahr 1965 – also an dem Ort, an dem er vor mehr als 60 Jahren gedreht wurde. Für Fans ist das eine seltene Gelegenheit, ein fast vergessenes Frühwerk auf großer Leinwand zu erleben.

Filmabend im Meixnerhaus: Die wichtigsten Infos

Veranstalter ist der örtliche Verein zum Erhalt von Brauchtum und Kultur. Gezeigt wird der Film im Meixnerhaus am Kirchplatz 6 in 5710 Kaprun. Laut der Veranstaltungsankündigung auf MeinBezirk.at beginnt der Abend um 19 Uhr und ist bis etwa 21 Uhr angesetzt. Angaben zu Eintrittspreisen oder einer Anmeldung enthält die Ankündigung bislang nicht. Wer aus Deutschland anreist, sollte sich daher vorab direkt beim Verein oder bei der Gemeinde Kaprun erkundigen, ob Plätze reserviert werden können.

Die Veranstalter stellen vor allem den regionalen Bezug in den Mittelpunkt: Das Publikum soll die Filmgeschichte der Region und die Landschaft rund um Kaprun auf der Leinwand neu entdecken können. Dass dabei ein junger Terence Hill vor seinem internationalen Durchbruch zu sehen ist, macht den Abend auch für Spencer-und-Hill-Fans jenseits des Pinzgaus interessant.

„Ruf der Wälder“: Worum geht es in dem Film?

„Ruf der Wälder“ ist ein österreichischer Heimatfilm unter der Regie von Franz Antel, produziert von Carl Szokoll für die Neue Delta Filmproduktion. Die Vorlage liefert die bekannte Novelle „Krambambuli“ von Marie von Ebner-Eschenbach, die hier modernisiert und in die Gegenwart der 1960er-Jahre verlegt wurde. Im Mittelpunkt stehen ein Hund namens Bella und der italienische Gastarbeiter Marcello Scalzi – gespielt von Mario Girotti, der sich wenig später Terence Hill nennen sollte.

Marcello rettet das Tier zu Beginn vor einem Zug und gerät durch sein Eingreifen in einen Konflikt mit einem Kollegen. Ein Ingenieur holt ihn daraufhin zu einem Bauprojekt in die Berge, wo er sich in die Bankangestellte Angelika verliebt. Doch ein fremdenfeindlicher Lkw-Fahrer plant einen Überfall und lenkt den Verdacht gezielt auf den jungen Italiener. Neben Girotti spielen unter anderem der Eiskunstläufer Hans-Jürgen Bäumler, Johanna Matz, Gerhard Riedmann, Rudolf Prack und Paul Hörbiger mit. Das Kino-Debüt im deutschsprachigen Raum feierte der Film am 1. Oktober 1965 in Stuttgart.

Gedreht in Kaprun: Die Kulisse ist ein Star

Gedreht wurde zum einen in den Wiener Sievering-Studios, zum anderen direkt in der Alpenlandschaft um Kaprun. Auch das Tauernkraftwerk Kaprun taucht im Film auf – damals ein Symbol für Fortschritt und Wiederaufbau in Österreich. Für heutige Zuschauer ist genau das reizvoll: Der Film ist auch ein Zeitdokument, das zeigt, wie der Ort und seine Umgebung Mitte der 1960er-Jahre aussahen. Wer die Drehorte der Kultfilme gerne selbst besucht, bekommt hier einen eher ungewöhnlichen, aber reizvollen Schauplatz mit Terence-Hill-Geschichte dazu.

Eine Rarität für Fans: Terence Hill mit eigener Stimme

Ein besonderes Detail macht „Ruf der Wälder“ für Fans spannend: Laut der Spencer/Hill-Datenbank spricht Terence Hill in der deutschen Fassung selbst. Seine Rolle enthält nur wenige deutsche Sätze, und er wurde dafür nicht nachsynchronisiert. Es ist damit eine der seltenen Gelegenheiten, seine Originalstimme in einem deutschsprachigen Film zu hören. Die meisten Fans verbinden Hill schließlich mit seinem Stammsprecher Thomas Danneberg, dessen Stimme die späteren Komödien im deutschsprachigen Raum entscheidend geprägt hat.

Dass Hill Deutsch spricht, ist übrigens kein Zufall: Er verbrachte Teile seiner Kindheit in Sachsen, die Mutter stammte aus Deutschland. Mehr über seine Herkunft und seinen Werdegang findest du in der Biografie von Terence Hill.

Mario Girotti vor dem großen Durchbruch

Mitte der 1960er-Jahre war der junge Italiener noch weit entfernt vom Weltstar. Er drehte in dieser Phase mehrere deutsch-österreichische und europäische Produktionen, darunter auch Karl-May-Verfilmungen, und sammelte Erfahrungen in ganz unterschiedlichen Genres. Einen guten Überblick über diese Zeit liefert unser Beitrag zu den frühen Girotti-Filmen, in dem auch Bud Spencers Anfänge als Carlo Pedersoli vorkommen.

Nur zwei Jahre nach „Ruf der Wälder“ standen Girotti und Pedersoli 1967 für „Gott vergibt … Django nie!“ erstmals gemeinsam vor der Kamera – der Beginn eines der erfolgreichsten Filmduos Europas. Kurz darauf setzten sich auch die bekannten Künstlernamen der beiden durch. „Ruf der Wälder“ zeigt dagegen noch einen Schauspieler, der seinen typischen Stil gerade erst sucht: ernster, zurückhaltender und eingebettet in die Konventionen des klassischen Heimatfilms.

Heimatfilm mit Ecken: Wie der Film heute wirkt

Man sollte keinen Klamauk erwarten. Das Lexikon des internationalen Films ordnete „Ruf der Wälder“ seinerzeit als Heimatfilm nach altem Muster ein. Kritisch gesehen wurde auch, dass aus dem Vagabunden der literarischen Vorlage ein Gastarbeiter wurde – ein Punkt, über den man heute durchaus diskutieren kann. Gerade deshalb lohnt sich der Blick: Der Film zeigt, wie das Kino der 1960er-Jahre mit Themen wie Arbeitsmigration und Vorurteilen umging, und er gibt einem späteren Weltstar eine seiner ersten tragenden Rollen.

Wer den Film vorab kennenlernen oder nach dem Abend noch einmal sehen möchte: „Ruf der Wälder“ ist in der Vergangenheit unter anderem in der DVD-Reihe „Filmjuwelen“ erschienen. Laut Spencer/Hill-Datenbank läuft die deutsche TV-Fassung rund 82 Minuten, die italienische Fassung, die in Italien unter dem Titel „Il magnifico emigrante“ bekannt ist, ist etwas kürzer.

Lohnt sich die Anreise?

Für Sammler, Frühwerk-Fans und alle, die gerne auf Spurensuche gehen, lautet die Antwort: ja. Einen Terence-Hill-Film an seinem Originaldrehort zu sehen, ist selten – zumal Kaprun im Herbst ohnehin ein schönes Ausflugsziel ist. Und wer ohnehin Lust auf Fan-Treffen in Österreich hat, kann sich schon den nächsten Termin notieren: Die Fan-Party in Bludenz ist vom 6. bis 8. Mai 2027 geplant.

Unser Tipp: Plane vorab, kläre Eintritt und Platzangebot direkt vor Ort und bring etwas Zeit mit, um nach dem Film die Umgebung zu erkunden. Vielleicht erkennst du die eine oder andere Kulisse wieder. Falls du beim Filmabend in Kaprun dabei bist, freuen wir uns über deine Eindrücke und Fotos – gerne per Nachricht an die Redaktion.

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