Mit 87 Jahren: So kam es zum Schweizer Comeback von Terence Hill

Ein überraschender Anruf nach 40 Jahren
Dass wir den legendären Schauspieler mit den stahlblauen Augen noch einmal in einem Werbefilm sehen würden, hätten wohl die wenigsten Fans für möglich gehalten. Immerhin hatte Terence Hill in den vergangenen 40 Jahren sämtliche Anfragen für Werbeauftritte konsequent abgelehnt. Doch für den Schweizer Discounter Denner machte die mittlerweile 87-jährige Kinoikone eine erstaunliche Ausnahme. Aber wie kam es überhaupt zu diesem überraschenden Schweizer Comeback?
Raphael Werner, Verantwortlicher für Marketing und E-Commerce bei Denner, hatte bei der Konzeption eines neuen Kurzfilms rund um das Thema Fußball sofort das Bild des charmanten Haudegens im Kopf. Die Idee: Eine Hommage an die klassischen Westernkomödien, in denen Terence Hill gemeinsam mit seinem unvergessenen Partner Bud Spencer Kinogeschichte schrieb. Als Werner den Regisseur und Drehbuchautor Reto Salimbeni fragte, ob es realistisch sei, den Star für das Projekt zu gewinnen, war die erste Reaktion noch ernüchternd. Salimbeni wusste von Hills strikter Anti-Werbung-Politik.
Demut trotz Weltruhm: Die Begegnung in Rom
Doch die Macher wagten den Versuch – und wurden belohnt. Irgendwann meldete sich das Management zurück: Terence Hill hatte Lust auf das Projekt! Kurze Zeit später reisten Werner und Salimbeni nach Rom, um den Star persönlich zu treffen. Diese erste Begegnung hinterließ bei den beiden Schweizern einen bleibenden Eindruck.
Wie Werner berichtet, betrat Hill den Raum, nahm höflich seine Mütze ab und stellte sich vollkommen demütig vor. Eine Geste, die für einen Schauspieler seines Formats keineswegs selbstverständlich ist. Obwohl er als weltbekannte Ikone eigentlich keine Vorstellung mehr nötig hätte, zeigte er sich von seiner bescheidensten Seite. Regisseur Salimbeni schwärmt noch heute von dieser Riesenpersönlichkeit, die eine ganze Ära des ehrlichen, analogen Kinohandwerks repräsentiert – eine Zeit, in der Bohnen als Heldenmahl galten und moralische Konflikte auch mal mit einer zünftigen Ohrfeige gelöst wurden.
Der Türöffner-Effekt für die Produktion
Die Zusage von Terence Hill erwies sich für das Projekt als absoluter Türöffner. Plötzlich war es laut den Produzenten „relativ leicht“, weitere Beteiligte für den Kurzfilm zu begeistern. Die Aussicht, gemeinsam mit der Western-Legende vor oder hinter der Kamera zu stehen, motivierte die gesamte Crew. Gedreht wurde schließlich in Spanien, in genau jenen Kulissen, in denen Hill bereits in der Vergangenheit vor der Kamera stand.
Das Ergebnis ist der Kurzfilm „The Socceritos„, der klassischen Westerncharme mit Fußball-Action verbindet. Neben den typischen Anspielungen wie der legendären Bohnenpfanne am Lagerfeuer, durfte Hill diesmal mit neuen Partnern agieren. Statt seines alten Weggefährten Bud Spencer standen ihm Schweizer Fußballstars wie Granit Xhaka und Ana Maria Marković zur Seite. Beide zeigten sich nach den Dreharbeiten begeistert von der lockeren und professionellen Zusammenarbeit mit dem 87-Jährigen, der vor der Kamera bewies, dass er nichts von seinem schelmischen Charme verloren hat.
Für die Filmemacher hat sich der mutige Anruf in Rom definitiv gelohnt. Sie wollten ein Stück Unbeschwertheit in den Alltag bringen – und mit Terence Hill als Zugpferd ist ihnen dieses Schweizer Comeback zweifellos gelungen.



