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MDR-Doku „Terence Hill: Pazifist und Cowboy“ – Porträt einer Legende

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Der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) widmet sich in einer ausführlichen Dokumentation dem Leben und Wirken einer der größten europäischen Kinolegenden. Unter dem Titel „Legenden – Terence Hill: Pazifist und Cowboy“ wird der Schauspieler porträtiert, der als schlitzohriger Revolverheld an der Seite von Bud Spencer Filmgeschichte schrieb. Die 90-minütige Doku, die kürzlich im MDR-Fernsehen wiederholt wurde, wirft einen tiefen, persönlichen Blick auf den Mann hinter den stahlblauen Augen.

Eine Reise an die Orte seines Lebens

Was diese Dokumentation besonders sehenswert macht, ist ihr Ansatz, nicht nur Filmausschnitte aneinanderzureihen, sondern die Lebensstationen von Terence Hill physisch zu besuchen. Der Film nimmt die Zuschauer mit auf eine Reise an die Orte, die den gebürtigen Venezianer Mario Girotti geprägt haben.

Dazu gehört natürlich Italien mit Rom als Zentrum der Filmindustrie und Gubbio, der malerischen Stadt in Umbrien, die als Kulisse für seine Erfolgsserie „Don Matteo“ diente. Doch die Reise geht weit über die Grenzen Italiens hinaus. Die Doku führt nach Lommatzsch in Sachsen, wo Terence Hill einen Teil seiner Kindheit verbrachte und noch heute tief verehrt wird. Auch die Wüste von Tabernas in Spanien, der Drehort zahlreicher legendärer Italowestern, und Stockbridge in Massachusetts (USA), wo er jahrelang mit seiner Familie lebte, werden besucht. Diese geografische Spurensuche hilft dabei, die unterschiedlichen Facetten seines Lebens greifbar zu machen.

Weggefährten erinnern sich

Terence Hill selbst kommt in der Dokumentation nur in Form von Archivaufnahmen zu Wort; er war an der aktuellen Produktion nicht aktiv beteiligt. Doch das tut der Tiefe des Porträts keinen Abbruch. Stattdessen lassen die Filmemacher jene Menschen sprechen, die ihn auf seinem Weg begleitet haben.

Zu Wort kommen Schauspielkollegen und enge Freunde. Darunter Gisela Hahn, die an seiner Seite in „Die rechte und die linke Hand des Teufels“ spielte, sowie Anne Kasprik und der Stuntman Ottaviano Dell’Acqua. Sie alle zeichnen das Bild eines Mannes, der fernab der Kameras bescheiden, nachdenklich und tiefgründig ist. Besonders hervorgehoben wird der Kontrast zwischen seinen Rollen als schnell ziehender Cowboy und seiner realen Überzeugung als überzeugter Pazifist, der Gewalt zutiefst ablehnt.

Der Pazifist im Sattel

Dieser Kontrast ist auch namensgebend für die Dokumentation. Terence Hill verkörperte in den 1970er und 1980er Jahren den archetypischen Helden des Italowesterns. Er schlug schnell zu, zog noch schneller und hatte immer einen lockeren Spruch auf den Lippen. Doch im wahren Leben ist er ein ruhiger, familiärer Mensch, der seine Rollen stets mit einem augenzwinkernden Humor anlegte, um die Gewalt zu entschärfen.

Die Doku beleuchtet, wie er gemeinsam mit Bud Spencer ein völlig neues Subgenre schuf: Die Action-Komödie, in der die Schlägereien eher einem choreografierten Tanz glichen als echten Kämpfen. Es war diese Leichtigkeit, die das Duo so unverwechselbar und generationenübergreifend beliebt machte.

Ein Leben geprägt von Höhen und Tiefen

Neben den strahlenden Erfolgen im Kino spart die MDR-Dokumentation auch die dunklen Kapitel in Terence Hills Leben nicht aus. Der tragische Unfalltod seines Adoptivsohnes Ross im Jahr 1990 war ein tiefer Einschnitt, der den Schauspieler für Jahre aus der Öffentlichkeit zurückziehen ließ. Die Art und Weise, wie er diesen Schicksalsschlag verarbeitete und schließlich mit neuen Projekten wie „Don Matteo“ und später „Die Bergpolizei“ sein Comeback feierte, zeugt von einer enormen inneren Stärke.

Für Fans ist die Doku „Terence Hill: Pazifist und Cowboy“ ein absolutes Muss. Sie bietet nicht nur nostalgische Rückblicke auf die großen Kinoerfolge, sondern vor allem ein sensibles und vielschichtiges Porträt eines Mannes, der viel mehr ist als nur der „müde Joe“. Wer die Ausstrahlung im MDR verpasst hat, sollte unbedingt einen Blick in die MDR Mediathek werfen, wo die Dokumentation zum Abruf bereitsteht. Es ist eine lohnende Reise in das Leben eines wahren Weltstars.

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