Valerie Perrine: Abschied von Terence Hills Partnerin aus „Mr. Billion“
Die Welt des Kinos trauert um eine außergewöhnliche Frau, die nicht nur Hollywood-Geschichte schrieb, sondern auch einen festen Platz in den Herzen der Bud Spencer und Terence Hill Fans weltweit einnimmt. Valerie Perrine, die unvergessene Rosie Jones aus dem Terence-Hill-Klassiker „Mr. Billion“, ist im Alter von 82 Jahren in Beverly Hills verstorben. Mit ihr verliert die Filmwelt eine Schauspielerin, die den Spagat zwischen anspruchsvollem Charakterkino und leichtfüßiger Unterhaltung wie kaum eine andere beherrschte.
In einer Zeit, in der das Duo Bud Spencer und Terence Hill bereits den europäischen Filmmarkt dominierte, wagte Terence Hill Ende der 1970er Jahre den Sprung über den großen Teich. „Mr. Billion“ (1977) war einer dieser seltenen Momente, in denen wir Hill in einer US-amerikanischen Produktion ohne seinen bärtigen Partner sahen. An seiner Seite glänzte Valerie Perrine, die damals bereits auf dem Höhepunkt ihres Ruhms stand.
Von Las Vegas zum Oscar: Die beeindruckende Karriere der Valerie Perrine
Bevor Valerie Perrine zur Rosie Jones wurde, hatte sie bereits eine Karriere hinter sich, die wie ein Drehbuch klingt. Geboren am 3. September 1943 in Galveston, Texas, begann sie ihre Laufbahn als Showgirl in Las Vegas. Doch ihr Talent reichte weit über die glitzernden Bühnen der Wüstenstadt hinaus. Ihr Durchbruch gelang ihr 1974 in dem Biopic „Lenny“, in dem sie an der Seite von Dustin Hoffman die Ehefrau des legendären Komikers Lenny Bruce spielte. Für diese Rolle erhielt sie nicht nur den Preis als beste Darstellerin bei den Filmfestspielen von Cannes, sondern wurde auch für den Oscar nominiert.
Diese Ernsthaftigkeit und Tiefe brachte sie auch in ihre späteren Rollen ein, selbst wenn diese komödiantischer Natur waren. Bevor sie mit Terence Hill vor der Kamera stand, war sie bereits ein Weltstar, bekannt aus Produktionen wie „Superman“ (1978), in der sie die Eve Teschmacher, die Geliebte von Lex Luthor, verkörperte. Dass sie sich für eine Produktion wie „Mr. Billion“ entschied, war ein Glücksfall für den Film und für Terence Hill.
Mr. Billion: Ein Roadmovie voller Charme und Action
In „Mr. Billion“ spielt Terence Hill den italienischen Mechaniker Guido Falcone, der plötzlich ein Milliardenvermögen in den USA erbt. Um das Erbe anzutreten, muss er innerhalb von 20 Tagen in San Francisco sein. Valerie Perrine spielt Rosie Jones, eine Privatdetektivin, die von den gierigen Verwaltern des Erbes angesetzt wird, um Guido aufzuhalten. Was folgt, ist ein klassisches Roadmovie, das perfekt auf den Charme von Terence Hill zugeschnitten ist.
Die Chemie zwischen Perrine und Hill ist der Motor des Films. Während Terence Hill mit seinem spitzbübischen Lächeln und seiner akrobatischen Leichtigkeit überzeugt, bringt Valerie Perrine eine Mischung aus Eleganz, Cleverness und einer gewissen Melancholie mit, die den Film über eine bloße Slapstick-Komödie hinaushebt. Für viele Fans gehört „Mr. Billion“ zu den besten Solo-Projekten von Terence Hill, was nicht zuletzt an der starken weiblichen Hauptrolle liegt.
Die Verbindung zum Spencer-Hill-Universum
Obwohl Valerie Perrine nur in diesem einen Film direkt mit einem der beiden Protagonisten zusammenarbeitete, ist sie fest mit dem Genre verwoben. In den 1970er und 80er Jahren war der Italowestern und die daraus resultierende Action-Komödie ein globales Phänomen. „Mr. Billion“ wurde von Dino De Laurentiis produziert, einem Namen, der auch hinter vielen anderen großen italienischen Produktionen stand. Der Film versuchte, den europäischen Humor von Terence Hill mit dem amerikanischen Roadmovie-Stil zu kreuzen.
Wer sich heute Filme wie Vier Fäuste für ein Halleluja oder Zwei wie Pech und Schwefel ansieht, erkennt in „Mr. Billion“ zwar den vertrauten Helden, doch die Präsenz von Valerie Perrine verleiht dem Ganzen eine andere, fast schon Hollywood-reife Note. Sie war keine reine „Damsel in Distress“, sondern eine ebenbürtige Partnerin, die Guido Falcone mehr als einmal aus der Klemme half.
Ein schwerer Abschied nach langer Krankheit
Die letzten Jahre im Leben von Valerie Perrine waren gezeichnet von ihrem tapferen Kampf gegen die Parkinson-Krankheit, die bei ihr im Jahr 2015 diagnostiziert wurde. Trotz der körperlichen Einschränkungen verlor sie nie ihren Lebensmut. In Dokumentationen über ihr Leben, wie „Valerie“, die 2019 erschien, zeigte sie sich gewohnt offen und reflektiert über ihre Zeit im Rampenlicht und ihren Umgang mit der Krankheit.
Ihr Tod am 23. März 2026 hinterlässt eine Lücke, die nicht zu füllen ist. Doch für uns Fans bleibt sie unsterblich. Jedes Mal, wenn wir Guido Falcone dabei zusehen, wie er in „Mr. Billion“ durch die USA jagt, wird Rosie Jones an seiner Seite sein – mit jenem Lächeln, das Valerie Perrine zu einer der faszinierendsten Schauspielerinnen ihrer Generation machte.
Fazit für die Fans: Ein Vermächtnis, das bleibt
Valerie Perrine war mehr als nur eine Filmpartnerin. Sie war eine Künstlerin, die es verstand, ihren Rollen Seele einzuhauchen. Ob im anspruchsvollen Drama oder in der rasanten Komödie an der Seite von Terence Hill – sie war immer präsent, immer authentisch. Wir verneigen uns vor einer großen Schauspielerin und werden ihr Andenken in Ehren halten. Wenn Sie das nächste Mal Lust auf einen Terence Hill Film haben, der etwas abseits der gewohnten Pfade wandelt, legen Sie „Mr. Billion“ ein und genießen Sie das Zusammenspiel zweier Legenden.
Ruhe in Frieden, Valerie. Danke für die magischen Momente auf der Leinwand.



