Vier für ein Ave Maria: Der Italowestern-Klassiker jetzt auf Paramount+

Wenn die Temperaturen draußen steigen und der Hochsommer das Land fest im Griff hat, gibt es manchmal nichts Schöneres, als sich am Abend vor den Fernseher zurückzuziehen. Und was könnte besser zu flimmernder Hitze passen als ein staubiger, bleihaltiger Italowestern? Für alle Fans von Bud Spencer und seinem langjährigen Weggefährten Terence Hill hält der August 2026 eine ganz besondere Überraschung bereit. Der Streamingdienst Paramount+ hat angekündigt, ab dem 1. August den Klassiker „Vier für ein Ave Maria“ in sein Programm aufzunehmen. Eine hervorragende Gelegenheit, um einen Blick auf diesen Meilenstein der Filmgeschichte zu werfen und zu erklären, warum dieses Werk in der Karriere der beiden Italiener eine so zentrale Rolle spielt.
Ein düsterer Vorläufer der großen Komödien
Wer bei dem Namen des legendären Duos sofort an Bohnen mit Speck, lustige Sprüche und choreografierte Schlägereien denkt, wird bei „Vier für ein Ave Maria“ aus dem Jahr 1968 möglicherweise überrascht sein. Der Film, inszeniert von Regisseur Giuseppe Colizzi, stammt aus einer Zeit, in der die beiden noch nicht als unschlagbares Comedy-Duo etabliert waren. Es handelt sich um einen waschechten, harten Italowestern, der sich stilistisch stark an den Werken von Sergio Leone orientiert. Die Atmosphäre ist düster, die Charaktere sind moralisch grau gezeichnet und anstelle von Backpfeifen fliegen hier echte blaue Bohnen.
In der Handlung schlüpfen die beiden in die Rollen der Kopfgeldjäger Cat Stevens (Terence Hill) und Hutch Bessy (Bud Spencer). Ihr Ziel: Ein zum Tode verurteilter Bandit namens Cacopoulos, gespielt von dem großartigen Eli Wallach, der sich mit einem Trick vor dem Galgen gerettet hat. Was folgt, ist ein Katz-und-Maus-Spiel durch karge Landschaften, das von Verrat, Gier und unerwarteten Allianzen geprägt ist. Die Chemie zwischen den beiden Hauptdarstellern ist bereits deutlich spürbar, auch wenn der Tonfall noch weit entfernt ist von der Leichtigkeit späterer Kultfilme.
Der Mittelteil einer legendären Trilogie
Was viele Zuschauer oft vergessen: „Vier für ein Ave Maria“ steht nicht für sich allein. Der Film ist der Mittelteil einer inoffiziellen Trilogie von Giuseppe Colizzi, die 1967 mit „Gott vergibt – Django nie!“ begann und 1969 mit „Hügel der blutigen Stiefel“ ihren Abschluss fand. Diese drei Filme waren entscheidend für die Entwicklung der Schauspieler. Sie zeigten der Filmwelt, dass die Kombination aus dem agilen, durchdringend blickenden Blonden und dem massigen, stoischen Riesen auf der Leinwand eine unglaubliche Präsenz entfaltet.
Besonders bemerkenswert ist die Verpflichtung von Eli Wallach für die Rolle des Cacopoulos. Wallach, der kurz zuvor durch seine Rolle als Tuco in „Zwei glorreiche Halunken“ Weltruhm erlangt hatte, verlieh dem Film eine enorme internationale Glaubwürdigkeit. Das Zusammenspiel zwischen dem Hollywood-Star und den beiden aufstrebenden Italienern gehört zu den schauspielerischen Highlights des Films und wertet das Werk enorm auf.
Warum der Film auf Paramount+ ein Gewinn ist
Die Entscheidung von Paramount+, den Film ab dem 1. August 2026 ins Streaming-Angebot aufzunehmen, ist ein echter Gewinn für die Fan-Community. Oftmals sind es nur die bekannten Prügelkomödien, die auf den großen Plattformen zu finden sind. Die frühen, ernsteren Werke fristen hingegen oft ein Nischendasein und sind nur schwer in guter Qualität verfügbar. Dass nun ein solch wichtiges Stück Filmgeschichte für ein breites Publikum zugänglich gemacht wird, bietet die Chance, die schauspielerische Bandbreite des Duos neu zu entdecken.
Es ist die perfekte Gelegenheit, den Film nicht nur aus nostalgischen Gründen zu schauen, sondern ihn als das zu würdigen, was er ist: Ein exzellent inszenierter Italowestern, der mit einem starken Drehbuch, fantastischen Landschaftsaufnahmen und einem unvergesslichen Soundtrack von Carlo Rustichelli überzeugt. Wer sich die Zeit nimmt, wird erkennen, dass die Wurzeln des späteren Erfolgs genau hier, im staubigen Wüstensand von „Vier für ein Ave Maria“, liegen.
Ein Sommerabend mit Cat und Hutch
Egal, ob man den Film bereits in- und auswendig kennt oder ob man ihn zum ersten Mal sieht: Die Aufnahme ins Programm von Paramount+ ist der perfekte Anlass für einen stilechten Filmabend. Schnappt euch ein kühles Getränk, vielleicht sogar eine kleine Portion Bohnen mit Speck, und lasst euch in die raue Welt von Cat Stevens und Hutch Bessy entführen. Es ist faszinierend zu beobachten, wie sich die Charaktere entwickeln und wie aus zwei Kopfgeldjägern langsam aber sicher das Duo wird, das wir heute so sehr lieben.
Wir können nur hoffen, dass Streaming-Anbieter auch in Zukunft den Mut haben, neben den bekannten Blockbustern auch solche filmhistorischen Schätze in ihr Programm aufzunehmen. Denn das Erbe von Carlo Pedersoli und Mario Girotti ist weitaus vielfältiger, als es auf den ersten Blick erscheinen mag. Wir wünschen euch jedenfalls viel Spaß beim Streamen und einen spannenden Ausflug in den Wilden Westen!



