Fernando Birri

Der Vater des Neuen Lateinamerikanischen Films
Fernando Birri wurde am 13. März 1925 in Santa Fé, Argentinien, geboren. Als Nachkomme italienischer Auswanderer zog es ihn für sein Filmstudium nach Rom, wo er 1952 seinen Abschluss am renommierten Centro Sperimentale di Cinematografia machte. Bereits während seiner Studienzeit sammelte er praktische Erfahrungen und arbeitete 1953/1954 an der Seite von Regie-Größen wie Vittorio De Sica (Das Dach) und Carlo Lizzani. Nach seiner Rückkehr nach Argentinien gründete er 1959 die erste Filmschule Lateinamerikas, das Instituto de Cinematografía de la Universidad del Litoral. Mit Filmen wie dem Dokumentarfilm Tire dié (1960) und der Komödie Die Überfluteten (1961) etablierte er sich als Pionier eines realistischen, kritischen und populären Kinos. Kein Geringerer als der Literaturnobelpreisträger Gabriel García Márquez bezeichnete ihn später als den „Vater des Neuen Lateinamerikanischen Films“.
Exil und das Opus Magnum „ORG“ mit Terence Hill
Die politischen Veränderungen in Argentinien zwangen Birri 1965 ins Exil. Nach einer Odyssee durch Mittel- und Südamerika kehrte er nach Italien zurück. Dort begann er 1967 mit der Arbeit an seinem wohl ambitioniertesten und außergewöhnlichsten Projekt: dem Film ORG. Über zehn Jahre lang arbeitete er an diesem konsequenten Experimentalfilm, der auf Thomas Manns Kurzroman „Die vertauschten Köpfe“ basiert. Eine überraschende Verbindung zur Welt der Action-Komödien ergab sich bei der Besetzung: Terence Hill übernahm nicht nur eine der Hauptrollen in ORG, sondern half auch maßgeblich bei der Finanzierung des Projekts, um die Fertigstellung zu sichern. Der Film feierte 1979 bei den Filmfestspielen in Venedig Premiere und spaltete mit seiner radikalen „Kino-Experience“ sowohl das Publikum als auch die Kritiker.
Späte Jahre und Vermächtnis als Filmpädagoge
In den 1980er Jahren wandte sich Birri wieder verstärkt lateinamerikanischen Themen zu. Ein Höhepunkt seines Lebenswerks war 1986 die Gründung der „Internationalen Hochschule für Film und Fernsehen“ (EICTV) in San Antonio de los Baños auf Kuba, die schnell als „Schule der drei Welten“ bekannt wurde. 1988 verfilmte er mit Ein sehr alter Mann mit großen Flügeln (Un señor muy viejo con unas alas enormes) eine Erzählung seines Freundes Gabriel García Márquez. Bis ins hohe Alter blieb Birri kreativ aktiv, drehte essayistische Dokumentarfilme und engagierte sich in der Filmausbildung. Fernando Birri verstarb am 27. Dezember 2017 im Alter von 92 Jahren in Rom.
Steckbrief zu Fernando Birri
| Name | Fernando Birri |
| Geburtsdatum | 13. März 1925 |
| Sterbedatum | 27. Dezember 2017 |
| Geburtsort | Santa Fé, Argentinien |
| Beruf | Regisseur, Drehbuchautor, Filmtheoretiker, Dichter |
| Verbindung zu Spencer/Hill | Regisseur von ORG (1979) mit Terence Hill in der Hauptrolle |
Häufig gestellte Fragen (FAQ) zu Fernando Birri
Fernando Birri führte Regie bei dem 1979 erschienenen Experimentalfilm „ORG“. Terence Hill spielte darin nicht nur eine der Hauptrollen, sondern half auch bei der Finanzierung des über zehn Jahre andauernden Filmprojekts.
Er gründete 1959 die erste Filmschule Lateinamerikas in Argentinien und später die internationale Filmhochschule auf Kuba. Mit seinen Manifesten und Filmen prägte er maßgeblich ein realistisches, nationales und sozialkritisches Kino in Südamerika.
Politische Veränderungen und Repressionen zwangen ihn 1965 ins Exil. Seine Filme wurden in der Heimat verboten und seine Filmschule geschlossen, woraufhin er nach Italien zurückkehrte, wo er bereits studiert hatte.



