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Fans von Bud Spencer wird der Synchronsprecher Arnold Marquis sicherlich etwas sagen. Es handelt sich um die deutsche Stimme von Spencer, wobei er ihn nicht in all seinen Werken gesprochen hat. Eigentlich ist nämlich Wolfgang Hess seine Stammstimme gewesen. Dennoch konnte sich Arnold Marquis einige Projekte sichern. Außerdem war er noch als Schauspieler aktiv.

 

Die wichtigsten Fakten:

  • Bürgerlicher Name: Arnold Marquis
  • Geburtsdatum: Mittwoch, den 06. April 1921
  • Todesdatum: Samstag, den 24. November 1990
  • Geburtsort: Dortmund
  • Sterbeort: Berlin
  • Sternzeichen: Widder

Sein Leben

Am 06. April 1921 kam Arnold Marquis in Dortmund auf die Welt. Schon früh interessierte sich Marquis für die Schauspielerei, weshalb er eine Ausbildung unter der Theaterleiterin Louise Dumont an dem Düsseldorfer Schauspielhaus absolvierte. Kurz darauf wurde er vom Schauspielhaus Bochum als Zweitbesetzung engagiert. Als der Zweite Weltkrieg kam, wurde er zur Wehrmacht eingezogen. 1945 ging er nach Berlin. Dort trat er in einer Inszenierung am Schlosspark Theater in Berlin-Steglitz auf. Schon kurz danach entdeckte er einer seiner größten Leidenschaften: die Synchronisation. Er übernahm seine erste Synchronrolle bei der Berliner Phoenix-Synchron. Danach sollten mehr als 1.400 Synchronrollen folgen. Überraschend ist das nicht, hatte Marquis doch ein unverwechselbares Timbre. Doch nicht nur die Fans liebten Arnold Marquis Stimme, sondern auch seine Kollegen. Gert Günther Hoffmann, welcher mit Marquis zusammengearbeitet hat, nannte ihn ehrfurchtsvoll „König der Synchronsprecher“.

Viele Jahre war Arnold Marquis auch die Stimme von Westernheld John Wayne. Als dieser verstarb, produzierte Marquis 1979 zu seinem Ehren eine Single mit den Namen „John Wayne, der Held“. Aber auch der Schauspielerei hat sich Arnold Marquis weiterhin zugewendet. Es führte ihn für diverse Theaterauftritte nach München, Frankfurt am Main, Berlin sowie Hamburg. Doch nicht nur im Schlosspark-Theater ist er aufgetreten, sondern auch am Renaissance-Theater. Besonders berühmt waren seine Auftritte in der Komödie am Kurfürstendamm sowie der Tribüne. In den 1940er Jahren war er hingegen in den DEFA-Produktionen „Und wieder 48“ und „Quartett zu fünft“ zu sehen. Sein letzter Auftritt als Schauspieler sollte im Film „Otto – Der Außerfriesische“ sein. Er spielte den Baron von Platt. In Folge von Lungenkrebs verstarb er im Jahr 1990. Überraschend war das nicht, galt Marquis als starker Raucher. Beigesetzt wurde er auf dem Waldfriedhof Dahlem. Mittlerweile wurde das Grab aufgelassen. Bis zu seinem Tod war Arnold Marquis dreimal verheiratet. Aus diesen Ehen stammt eine Tochter.

Die Synchronisation

Arnold Marquis war dafür bekannt, dass er sich stark mit seinen Rollen identifizierte und diese zum Großteil lebte. Selbst, wenn er nur als Synchronsprecher tätig war. Außerdem galt die Klangfarbe seiner Stimme als einzigartig und sehr markant, was ihn auch zahlreiche Jobs im Spencer/Hill-Universum sicherte. Neben Wolfgang Hess ist Arnold Marquis die Stimme von Bud Spencer. In vier Spencer/Hill-Filmen lieh er dem Riesen seine Stimme. Allerdings war Arnold Marquis nicht nur für den Dampfhammer im Einsatz, sondern er lieh auch vielen anderen Figuren aus den Filmen seine Stimme. Zum Beispiel synchronisierte er in „Zwei Himmelhunde auf dem Weg zur Hölle“ Riccardo Pizzuti. Eine weitere große Besonderheit war der Film „Vier für ein Ave Maria“. In der Originalfassung durfte Arnold Marquis Bud Spencer sprechen. Ein wenig anders sieht das in der beliebten Comedyfassung aus. Nun übernahm er die Rolle von Paco. In anderen Versionen kam es nicht zum Austausch.

Synchronjobs in Filmen mit Bud Spencer und Terence Hill:

Zwei Himmelhunde auf dem Weg zur Hölle
Vier Fäuste gegen Rio
Vier für ein Ave Maria
Zwei Asse trumpfen auf
Gott vergibt… Django nie
Hannibal
Das Krokodil und sein Nilpferd
Vier Fäuste für ein Halleluja

Weitere Synchronrollen

Die Arbeit im Spencer/Hill-Universum nahm nur einen kleinen Teil von Arnold Marquis Synchrontätigkeit ein. Er war in über 1.400 Rollen zu hören. Darunter zahlreiche große Schauspieler wie John Wayne, Charles Bronson, Humphrey Bogart, Kirk Douglas, Geoffrey Keen, Lee Marvin oder James Coburn. Er übernahm aber nicht nur diverse Schauspieler, sondern auch zahlreiche Figuren. Zum Beispiel in „Asterix – Sieg über Cäsar“ zu hören, wo seine tiefe Stimme für den Druiden Miraculix genutzt wurde. Aber auch in der Star-Wars-Saga konnte sich Arnold Marquis eine Rolle sichern. Er war als Rebellenadmiral Ackbar zu hören. In „Grisu, der kleine Drache“ lieh er dem Drachen Fumé seine Stimme. Neben den Einsätzen für Film und Fernsehen war er bei zahlreichen Hörspielen tätig. Dazu gehörte auch der moderne Klassiker „Demolition“ aus dem Jahr 1973.