Stimmlich ein wahrer Dampfhammer: Wolfgang Hess

Es gibt viele Markenzeichen in einem Film mit Bud Spencer. Besonders berühmt ist der Dampfhammer. Dieser besondere Schlag regnet auf seine Gegner nieder und schickt diese ins Land der Träume. Aber auch das Auftreten von Bud Spencer ist oftmals unverändert: dicker Rauschebart, eine ordentliche Wampe, wildes Haar und ein halboffenes Shirt. Doch denken Sie an Bud Spencer, kommt Ihnen sicherlich schon bald eine weitere Kleinigkeit in den Sinn: seine Stimme. Bud Spencer hatte eine sehr rauchige, tiefe und herbe Stimme, die Sie über Film zu Film begleitet hat. Natürlich war dies nicht Spencers wahre Stimme, sondern diese von Synchronsprecher Wolfgang Hess.

 

Das frühe Leben von Wolfgang Hess

Hess wurde am 1. September 1937 in der Schweiz geboren. Seine Mutter, Elisabeth Ellinghaus, war Deutsche und sein Vater Schweizer. Er hatte drei Geschwister, darunter zwei Brüder und eine Halb-Schwester. Seine Kindheit verlief recht ruhig, wobei die Familie für einige Jahre nach Berlin zog. Danach wollten diese aber wieder zurück in die Schweiz. Kurz nachdem verstarb Hess Vater Emil in Zürich. Als er alt genug war, wollte Wolfgang Hess die Welt erkunden und Karriere im Film- und Fernsehbusiness machen. Also starte er zunächst als Schauspieler durch. Leider sollte er nur drei Rollen erhaschen. In „Tatort: Acht Jahre später“, „Ich will doch nur, dass ihr mich liebt“ und „Unternehmen Rentnerkommune“. Mit seinen Schauspielrollen gelang Wolfgang Hess sicherlich nicht der Durchbruch. Anders sah es aber als Synchronsprecher aus, denn dieser Tätigkeit ging er bis zu seinem Tod am 27. März 2016 nach. Er war dabei als Synchronsprecher in Deutschland und der Schweiz tätig.

https://www.youtube.com/watch?v=wBgjLJW3AWk

 

Wenn Bud Spencer spricht, hören Sie Wolfgang Hess

bud-spencer-carlo-pedersoliEine markante Reibeisenstimme ist das Markenzeichen von Wolfgang Hess und passte wunderbar zu den Charakterfiguren von Bud Spencer. Insofern konnte er schon früh überzeugen und wurde als dessen Sprecher erstmals bei „Vier für ein Ave Maria“ eingesetzt. Danach folgten vor allem viele Filme, wo Bud Spencer und Terence Hill als Duo zu sehen waren. Kleine Beispiele sind „Die rechte und die linke Hand des Teufels“, „Vier Fäuste für ein Halleluja“ oder „Freibeuter der Meere“. Doch nicht nur in den gemeinsamen Werken von Spencer und Hill ergriff Wolfgang Hess das Wort, sondern auch in diversen Soloprojekten. Bis zum Ende von Spencers und Hess Karriere war dieser in rund 30 Filmen die Stimme des Dampfhammers. Doch noch eine kleine Besonderheit kam auf. In einigen Filmen des Duos war dieser nicht als die Stimme von Bud Spencer zu hören, sondern von anderen Darstellern. Beispielsweise in „Hügel der blutigen Stiefel“ sprach er Woody Strode als Thomas oder in „Gott vergibt… Django nie“ war er als Frederick zu hören. Gerade, wenn Sie an die Stimme von Wolfgang Hess gewöhnt sind, ist das ein wenig gewöhnungsbedürftig.

 

Neben der Welt von Bud Spencer

Natürlich musste Wolfgang Hess sein tägliches Brot verdienen und konnte sich deshalb nicht nur auf den Dampfhammer stützen. Besonders in späteren Jahren, wo Spencers Karriere langsam zum Ruhestand kam, musste Wolfgang Hess Alternativen finden. Er hat dabei zahlreichen Schauspielern seine Stimme geliehen, doch es gibt einige sehr bekannte Produktionen. Darunter fällt „Asterix und Obelix“. Er sprach den gutmütigen Obelix, der in seinem Charakter doch irgendwie zu Bud Spencer passte. Doch ebenso hat er dem grimmigen Zwerg Gimli aus der „Herr der Ringe“-Saga seine Stimme geliehen. Aber auch in anderen Produktionen war er die Stimme von John Rhys-Davies, wie beispielsweise in „James Bond 007 – Der Hauch des Todes“. Doch noch eine berühmte Stimme steht auf der Agenda von Wolfgang Hess: Albus Dumbledore aus dem „Harry Potter“-Universum. Zwar wurden zwischenzeitlich die Schauspieler, wegen eines Todesfalls, ersetzt, doch da Wolfgang Hess beiden Schauspielern seine Stimme lieh, war der Unterschied für das deutsche Publikum kaum bemerkbar.

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