Bud Spencer und Terence Hill haben im Laufe ihrer Karriere zahlreiche unterschiedliche Filme und Serien gedreht, die Ihnen noch heute im Gedächtnis geblieben sind. Doch mit einem Genre wurden die beiden Dampfhämmer weltberühmt und haben diesem Genre einen ganz eigenen Touch verliehen: Italowestern. Bevor Spencer und Hill auf den Plan traten, war das Genre „Italowestern“ eher unbekannt und rein auf Italien beschränkt. Doch nach dessen massiven Erfolgen in „Die rechte und die linke Hand des Teufels“ oder „Vier Fäuste für ein Halleluja“ konnte sich selbst Übersee nicht mehr vor Italowestern retten.

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Was ist Italowestern genau?

Italowestern wird auch gerne als Spaghettiwestern oder Eurowestern bezeichnet. Mitte der 1960er Jahre entstand das Sub-Genre des Westerns. Das Besondere an Italowestern war, dass diese zum Großteil in Europa gedreht wurden. Gerade Italien hat sich schon bald als einer der Glanzlichter herauskristallisiert und dominierte den Bereich. Daher auch der Name „Italowestern“. Für alle Fans von Italowestern ist der Autor und Regisseur Sergio Leone sicherlich ein Begriff. Durch dessen speziellen Stil und seine Sujets mit einer italienischen und europäischen Sichtweise offenbarte er ganz neuen Einblick auf den Wildwest-Mythos. Über die Jahre hinweg feierten Italowestern große Kassenerfolge. In der Blütezeit war das Genre durch Low-Budget-Filme geradezu überschwemmt, sodass Sie in kein Kino gehen konnten, ohne dass dort ein Italowestern lief. Im Lauf der ersten Hälfte der 1970er Jahre ebbte die Welle aber ein wenig ab. Dem Publikum waren nun Komödien oder ernste Filme auf der Leinwand lieber. Besonders die „amerikanischen“ Themen wurden nun aufgenommen.

Ein wichtiges Stilmittel: die Musik

Es ist nicht unbekannt, dass die Musik zu einer der wichtigsten Stilmittel des Italowestern zählte. Ein gutes Beispiel ist Ennio Morricones Musik, welche in den Sergio Leone Filmen eine große und melodramatische Rolle spielte. Eine Besonderheit bei der Italowestern-Musik ist, dass diese nicht nur eine unterstützende Wirkung besaß, wie es bei der herkömmlichen Filmmusik der Fall ist. Sehr viel mehr stellt sie einen zentralen Inhalt des Films dar. Auch in den Filmen von Bud Spencer und Terence Hill sehen und hören Sie welch wichtige Rolle die Musik spielte. Gerade in den frühen Werken ist die Musik ein noch sehr viel wichtigeres Stilmittel als in den späteren Filmen. Weiterhin zeigt sich die Italowestern-Musik durch experimentelle Arrangements. Gerne kamen exotische Instrumente und Geräusche zum Einsatz, wie eine Okarina, E-Gitarre, menschliche Laute wie Schreie und Pfiffe, Peitschenschläge, Oboe, Fagott oder Synthesizer.

Die Außenaufnahmen und Sets

Was wäre ein Film im Wilden Westen ohne die typische Szenerie? Glücklicherweise mussten die Schauspieler der Italowestern nicht bis in die USA reisen damit ein authentischer Wilder Westen entstehen konnte. Für Landschafts- und Außenaufnahmen war Spanien und dessen Halbinsel Cabo de Gata sehr beliebt. Die dort vorhandene Landschaft ähnelt stark dem Südwesten der USA, also New Mexico und Arizona. War hingegen der Wunsch nach einer Karstlandschaft vorhanden, fuhren die Produzenten meist nach Madrid. Die Gegend rund um die Stadt, wie Manzanares el Real, Hoyo de Manzanares oder La Pedriza, waren häufig in Italowestern zu sehen. Bei Bud Spencer und Terence Hill-Filmen war es hingegen meist so, dass italienische Drehorte zum Einsatz kamen. Etwa 70 Prozent aller Italowestern wurden in italienischen Studios, Sets und Landschaften gedreht. Beliebt war das Umfeld um Rom. Im Fokus lag dabei meist das zügige Fertigstellen anstatt eine große Inszenierung. Aus diesem Grund dienten Kiesgruben oder Baggerseen schnell als Ersatz für richtige Drehorte. Um die Landschaften bestmöglich zu präsentieren, kam das kostengünstige Techniscope-Filmformat zum Einsatz. Dessen Seitenverhältnisse entspricht beinah dem Cinemascope mit 1:2,35. Für die Aufnahmen wurden somit 35-mm-Filmkameras umgebaut, deren Perforationsschritt nur zwei statt vier Perforationslöcher bat. Schnell entstanden die typischen, bildgestalterischen Merkmale des Italowestern. Darunter verzerrungsfreie Großaufnahmen oder eine hohe Schärfentiefe.