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Draufhauen und Synchronsprechen: Reinhard Kolldehoff

Mindestens einmal in der Woche sollten Sie einen Bud Spencer und Terence Hill-Abend einlegen. Die zahlreichen Filme, ob nun gemeinsame Werke oder Soloprojekte, sind immer wieder ein großer Spaß. Doch schauen Sie etwas genauer hin, fällt Ihnen bestimmt schnell eine Kleinigkeit auf. In zahlreichen Nebenrollen finden immer wieder dieselben Schauspieler einen Platz. Insofern ist es nicht ungewöhnlich, dass der Handlanger des Bösewichts im nächsten Film als Barkeeper zu sehen ist. Das hatte in den 60er bis 80er Jahren viele Gründe. Einer davon war, dass gute und vor allem passende Schauspieler doch eher Mangelware waren. Umso besser für Reinhard Kolldehoff, denn der deutsche Schauspieler konnte sich einige Rollen in Spencer/Hill-Filmen sichern.

Eine wahre Legende

Geboren wurde Reinhard Kolldehoff, der oftmals nur als „René“ bezeichnet wurde, am 29. April 1914 in

Berlin. Als Sohn eines Postbeamten finanzierte er sich sein Abitur und den späteren privaten Schauspielunterricht durch die Übernahme von Statistenrollen an der Berliner Staatsoper sowie dem Großen Schauspielhaus. Sein Debüt fand im Jahr 1936 im Landestheater Altenburg statt. Nur wenige Jahre später, 1941, erhielt er in einem Heinz Rühmann-Film seine erste kleine Kinorolle. Im selben Jahr wurde er zum Kriegsdienst einberufen. Nach dem Krieg war er vor allem auf den Bühnen der Welt tätig. Erst 1948 trat er wieder in einigen Filmen auf. Danach machte der junge Mann Karriere im westdeutschen und internationalen Film. Meist wurde er als „René Kolldehoff“ aufgeführt, wobei sein Nachname viele Variationen im Filmabspann haben konnte. Beeindrucken war, dass er mit Kollegen wie Kirk Douglas, Catherin Deneuve, Hans Albers, Roger Moore, Marlene Dietrich, Gérard Depardieu oder Lee Marvin drehte. Dabei waren seine Rollen meist ähnlich. Typisch war die Besetzung wie im Film „Klumpfuß“. Hier spielte er den zwielichtigen „Butler Addam“. Während seiner Karriere wurde Reinhard Kolldehoff beinah ausschließlich in Nebenrollen besetzt. Dennoch prägte sich seine hünenhafte Statur und seine markante Stimme schon bald beim Publikum ein. Bis zu seinem Tod im am 18. November 1995 ebenfalls in Berlin, spielte er in etwa 170 Filmen in mehr als 30 Ländern mit. Dazu kamen noch zahlreiche Auftritte auf der Bühne, fürs Fernsehen und im Hörfunk, genauso wie als Synchronsprecher.

Weitere Namen auf seiner Liste: seine Kollegen Bud Spencer und Terence Hill

Im Laufe seiner Karriere kam er natürlich auch nicht um Bud Spencer und Terence Hill herum. Die beiden

galten als Schwergewichter im Filmgeschäft, weshalb es stets eine Ehre war, in einer ihrer Filme mitzuspielen. Alles begann an der Seite von Bud Spencer, als sich Reinhard Kolldehoff 1972 in dem Film „Sie verkaufen den Tod“ als Sergeant Brent zeigte. Kolldehoff begeisterte sofort, weshalb er noch im selben Jahr in „Zwei Himmelhunde auf dem Weg zur Hölle“ ebenfalls mit Terence Hill arbeitete. Er war als Mr. Ears zu sehen. Der letzte gemeinsame Film mit Bud Spencer fand im Jahr 1978 statt. In „Sie nannten ihn Mücke“ konnten Sie Kolldehoff als Colonel Martin bewundern. Eine kleine Besonderheit war, dass Reinhard Kolldehoff seine Synchronisationen in der Regel selbst übernommen hat. Lediglich in „Sie verkaufen den Tod“ wurde er von Kurt Goldstein gesprochen.

Als Synchronsprecher für Bud und Terence

Neben seinen Auftritten in den Filmen der beiden Haudrauf war Reinhard Kolldehoff ebenfalls als Synchronsprecher für andere Darsteller in deren Filme zuständig. Es begann im Jahr 1965, als er als Sprecher für Ilija Ivezic in „Der Ölprinz“ eingesetzt wurde. Danach folgten Synchronisationen in „Gott vergibt – Django nie!“ und „Auch die Engel essen Bohnen“. Natürlich hat er in den Filmen, wo er selbst mitgespielt hat, zum Großteil seine eigene Stimme synchronisiert. Das war notwendig, denn viele der Filme wurden zunächst in Italienisch vertont. Lauschen Sie aber bedächtig, können Sie seine Stimme auch bei Luis Bardoo oder Giulio Maculani hören.



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